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Studentenleben live

Das Mittelalter - Annäherung (3)

Zur Erinnerung: Vor mir lag ein 300-Seiten-Schinken über das Leben von Eberlin von Günzburg, der mir die Augen über ebenjenen Gelehrten öffnen sollte. Zeitlich befinden wir uns in der Epoche des Spätmittelalters. Genauer: Wir schreiben den Anfang des 16. Jahrhunderts, Reformationszeit. Martin Luther hat in Wittenberg soeben seine 95 Thesen angeschlagen und löst damit einen Sturm der Begeisterung auf der einen und eine Welle der Empörung auf der anderen Seite aus. Und Eberlin, seines Zeichens Priester in Ulm? Er fällt mit ein in den Chor der Reformatoren, die grundlegende Neuerungen im kirchlichen Bereich und eine Abkehr von Vetternwirtschaft und Machtmissbrauch fordern. Er nimmt Kontakt zu Luther auf und verbreitet in seinen Schriften und Predigten revolutionäre Gedanken. Schließlich muss er flüchten und landet über Wittenberg in Erfurt, wo er, konfrontiert mit den revoltierenden Bauern des nun einsetzenden Bauernkrieges, als Vermittler auftritt. Gleichzeitig publiziert er weiter und setzt sich für die (mittlerweile gemäßigte) Reformierung der Kirche ein. All dies liest sich sehr, sehr spannend und zum ersten Mal schlägt mein Missfallen gegenüber dem Mittelalter und Eberlin in ein ernst gemeintes Interesse um.

Da zeigt sich also: Vorurteile können sich zunächst scheinbar bestätigen, aber in der Folge auch durchaus abschwächen. Nun wird es nicht dazu kommen, dass ich ab sofort zum Mittelalter-Freak mutiere (keine Sorge), aber ich kann nun durchaus verstehen, warum sich Menschen für diese Epoche interessieren. Zumindest die späte Phase mit ihrem reformatorischen Umschwung scheint spannend zu sein. Komplett überzeugt bin ich aber noch nicht, denn ein Haken wäre da ja noch: diese „tolle“ altdeutsche Schrift...

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Feb 28, 2013
Autor: Leon
Rubrik: studium
Feb 28, 2013

Studentenleben live

Mein Praktikum in Frankreich

Es ist nicht ganz einfach einen Praktikumsplatz im Ausland zu finden. Gerade wenn man sich noch in den unteren Semestern befindet, kann es Absagen hageln. Ich kenne Kommilitonen, die daher eine Vermittlungsagentur beauftragt und viel dafür bezahlt haben, denn das Praktikum im Ausland ist Pflichtvoraussetzung für die Zulassung zur Bachelorarbeit. Ich hatte mehr Glück: Ich bemühte eine alte Städtepartnerschaft nach Frankreich und nach einigen Wochen des Wartens, als ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, fand ich plötzlich eine Zusage in meinem Briefkasten. Ich hatte genau eine Woche Zeit den siebenwöchigen Auslandsaufenthalt vorzubereiten, nebenbei den Rest meiner inzwischen zweistelligen Anzahl Klausuren zu schreiben und sofort nach Frankreich zu fahren. Ferien? Pustekuchen!

Aber ich ziehe das Abenteuer sowieso schnöden Ferien vor, obwohl ich mir letztere redlich verdient hätte. Zumindest redete ich mir meine Abenteuerlust ein und zwar ziemlich erfolgreich, denn inzwischen ist schon eine Woche meines Aufenthalts rum. Zwar geht’s erst mal nur darum, im Büro Akten einzutippen, Post zu sortieren und den Kopierer zu bearbeiten, aber dabei kriegt man schon ziemlich viel mit, wenn man Augen und Ohren offen hält. Und es warten noch sechs weitere Wochen auf mich! Und außerdem ist ein französisches Praktikum im Jahr des Elysée-Vertrags ja auch „très symbolique“!

Autor: Inga  |  Rubrik: studium  |  Feb 27, 2013
Autor: Inga
Rubrik: studium
Feb 27, 2013

Studentenleben live

Alte Welt - neue Welt

Ziemlich schwer fand ich das Verbinden meiner alten Welt, also allem, was daheim geblieben war, mit meiner neuen Welt in Koblenz. Wenn ich heim kam, kam mir alles so seltsam vor. Natürlich kannte ich die Dinge noch, die alltäglichen Handgriffe in unserem Haus liefen so automatisch wie immer ab und doch fühlte es sich fremd an. Ich fühlte mich manchmal eher wie ein Gast. Koblenz war mein zweites Zuhause – oder schon mein erstes?

Mit der Zeit wird es aber besser und man gewöhnt sich an das ständige Abschiednehmen. Am Anfang dachte ich noch, dass es vermutlich leichter sei, gar nicht nach Hause zu fahren, denn dann würde der Abschied nicht immer so weh tun, aber mittlerweile ist es okay. Außerdem bekomme ich immer, wenn ich lange nicht daheim war, so ein dumpfes Gefühl, dass irgendetwas fehlt. Heimweh in dem Sinn ist das aber nicht.

Schön ist, dass mich immer wieder Freunde oder Familienmitglieder besuchen kommen. Dann kann ich ihnen ein bisschen von meinem neuen Leben zeigen. Allerdings ist die Hochschulwelt nichts für alle von ihnen, das führt manchmal zu Missverständnissen. Sie sind eben entweder in unserer alten Welt geblieben oder haben eine ganz andere als ich kennengelernt. Aber das gehört eben auch zum Erwachsenwerden. Zu lernen, dass jeder jetzt seinen eigenen Weg geht. Dass es weiterhin Schnittstellen gibt, aber dass manche Bereiche nun eben in die eine Welt und andere in die andere gehören. Nur ich kann zwischen meinen beiden Welten hin und her gehen und ab und zu jemanden mitnehmen.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Feb 25, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Feb 25, 2013