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Studentenleben live

Schummeln, tricksen, plagiieren

Es ging viel durch die Presse, dass es an Hochschulen gang und gäbe sei, bei Arbeiten aller Art zu schummeln. Natürlich kenne ich die Berichte über Guttenberg, Schavan und Co., habe mich aber immer gefragt, ob es denn wirklich so schlimm ist. Warum muss zumindest an meinem Institut an jede Arbeit eine Selbsterklärung mit folgendem Text angehängt werden?:

„Hiermit versichere ich, […]

dass ich die vorliegende Hausarbeit selbstständig angefertigt habe und keine anderen als die im Literaturverzeichnis angegebenen gedruckten und elektronischen Quellen benutzt habe. Alle Stellen, die dem Wortlaut oder dem Sinn nach diesen Quellen entnommen sind, habe ich in jedem einzelnen Falle unter genauer Angabe der Quelle deutlich als Entlehnung kenntlich gemacht.“

Korrekterweise müsste ich natürlich noch eine Fußnote setzen, von welcher Internetseite ich dieses Dokument heruntergeladen habe. Aber zum Glück tippe ich ja gerade nicht an meiner Hausarbeit. Werden wir jetzt alle unter Generalverdacht gestellt?

Letzte Woche Dienstag, 14 Uhr. Ich sitze in meinem Seminar zu einem Satyrspiel (eine Gattung des antiken Dramas) reihum werden Übersetzungsvorschläge vorgetragen. Dann liest ein Student eine sehr, sehr altmodische, man könnte auch sagen schwülstige, Übersetzung vor. Dass die vermutlich nicht ganz in Eigenarbeit entstanden ist liegt nahe, aber vielleicht hat er ja einen Hang zur Sprache des 19. Jahrhunderts, wer weiß das schon so genau? Immerhin ist er Altphilologe. Mein Dozent sagte allerdings nur ganz nüchtern: „Schön, dass Sie Ihre Übersetzung auch in jambischen Trimetern vortragen“. Tja, schade eigentlich, dass der Schummler nicht gemerkt hat, dass der Text ebenfalls gedichtet war. Sonst wäre seine Schummelei vielleicht sogar durchgegangen. Aber spätestens, wenn er Minister geworden wäre, wäre es ihm aufs Bein gefallen und er hätte abdanken müssen.

Dann doch lieber jetzt auffliegen als später, ohne den ganzen Presserummel. Oder vielleicht einfach ehrlich sein.

Autor: Rose  |  Rubrik: studium  |  Jan 21, 2013
Autor: Rose
Rubrik: studium
Jan 21, 2013

Studentenleben live

Deutschlandstipendium — nun auch an der Uni Leipzig

300 Euro pro Monat – so viel bekommt man mit dem Deutschlandstipendium. Etwa 11.000 solcher Stipendien wurden meines Wissens in Deutschland inzwischen schon vergeben, seit diesem Semester profitieren auch 37 Studenten an der Uni Leipzig davon. Das Projekt der amtierenden Bildungsministerin Anette Schavan sollte laut Medienberichten eigentlich schon viel weiter sein. Problem bei der ganzen Sache ist jedoch, dass es an der Uni liegt, dafür private Förderer zu finden, denn die übernehmen die Kosten. Schavans Ziel soll sein, bis 2015 acht Prozent aller Studenten „unter der Haube" zu haben, das wären dann nicht 11.000, sondern 200.000.

Hier in Leipzig hatten sich über 400 Studenten beworben, aber es hat nicht einmal jeder zehnte, eher einer von zwölf Studenten, ein Stipendium bekommen – immerhin. Ich glaube, das liegt auch daran, dass viele Studenten noch gar nichts vom Deutschlandstipendium mitbekommen haben. Einige meiner Kommilitonen wussten jedenfalls nichts davon.

Die Förderung ist von BAföG und anderen Einkünften unabhängig und soll sehr guten, sozial engagierten oder Studenten in schwierigen Lebenslagen zukommen. Ich nehme an, dass sich da in einer wohlhabenderen Gegend als Leipzig mehr private Förderer finden werden. Vorbildlich, wie ich finde, hat auch der Leipziger Bundestagsabgeordnete Thomas Feist die Förderung eines Studenten übernommen. Vielleicht bewerbe ich mich zum neuen Semester auch. Nur wer wagt, gewinnt!

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jan 18, 2013
Autor:
Rubrik: studium
Jan 18, 2013

Studentenleben live

Wohnheim "Auf dem Hellen Weyer"

Im Wohnheim habe ich ein Einzel-Appartement gemietet und der Moment, als ich es das erste Mal betrat, war unglaublich spannend. Hier würde ich also für die nächsten drei Jahre wohnen – denn wer hier einzieht, darf automatisch für das gesamte Bachelorstudium hier wohnen, und wer sich im Wohnheimrat engagiert, bekommt sogar noch ein Semester oben drauf. Mein Zimmer ist super! Es ist hell, frisch renoviert und es ist alles da, was man braucht. Auch das Internet ist schon installiert. Aus Facebook kannte ich schon ein Mädchen, das auch im Wohnheim wohnt, und ihre Mitbewohnerin kommt sogar ganz aus der Nähe meines Heimatortes, sodass wir ab und zu zusammen heimfahren können.

Wer in das Wohnheim „Auf dem Hellen Weyer“ ziehen will, muss sich aber so früh wie möglich bewerben, denn die Plätze sind unglaublich begehrt. Klar: zwei Minuten zur Uni, direkter Anschluss an drei Buslinien und dann noch so ein gepflegtes Wohnheim. Gibt es mal ein Problem, schreibt man einfach eine Schadensmeldung, wirft sie beim Hausmeister ein und der kommt dann schnellstmöglich vorbei. Im Wohnheim gibt es drei Waschmaschinen und drei Trockner für alle (an die 400 Bewohner), was aber erstaunlicherweise fast nie ein Problem darstellt.

Außerdem gibt es einen Aufenthaltsraum mit ein paar Sofas, Tischen und Stühlen, in dem man tagsüber lernen oder abends gemeinsam feiern kann. Es ist allerdings nicht so, dass sich alle in ihrer Freizeit dort treffen, er ist meistens leer.

Ich persönlich mag den Ausblick auf die Mosel, bei Tag und bei Nacht, und vor allem im Winter sieht jeder Sonnenaufgang anders aus. Nicht so schön ist allerdings die Hauptstraße direkt am Wohnheim (die andere Seite grenzt an eine ruhige Spielstraße), aber das ist auch schon alles, was mich stört.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Jan 16, 2013
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Jan 16, 2013