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Studentenleben live

Cool Kiew

Seit fünf Tagen bin ich nun in Kiew, drei muss ich hier noch aushalten. Was für eine Stadt! Ich wollte mein Russisch ein bisschen auffrischen und hatte einen günstigen Flug nach Kiew gefunden. Ich dachte mir: Kiew, das ist Ukraine, ehemalige Sowjetunion, dort ist es billiger und die Menschen haben eine andere Mentalität.

Eine außergewöhnlich hübsche Flugbegleiterin lächelte mich an, als ich den Flieger bestieg und grüßte mich mit einem „Strasdwujtje“. Zwei Stunden dauerte der Flug von Berlin nach Kiew. Am Flughafen bekam ich pro Euro elf Hrivna. Für gut zwei Euro fuhr ich mit einem kleinen Bus die knapp 40 Kilometer in die Stadt – zum Bahnhof. Die Straße war erst sechs-, dann achtspurig. Über mehrere Kilometer befand sich an jedem Baum und Laternenpfahl die gleiche Werbung von Lenovo für ein Netbook. Wow, das müssen mehrere tausend Plakate sein! Parallel zur Straße waren dutzende von Wohnhochhäusern, die wie bessere Plattenbauten aussahen, und eine riesige Baustelle. Bauen sie hier etwa eine neue U-Bahnlinie? Auf keiner deutschen Baustelle habe ich je so viele Bauarbeiter gesehen. Nächstes Jahr finden hier einige UEFA-Spiele statt. Ich nehme an, die Stadt putzt sich heraus um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Ein Ort, an dem man sich sicher fühlt, der sauber und „convenient“ ist, wo man konsumieren, Spaß haben und investieren kann.

Am Hauptbahnhof wimmelt es nur so von Bussen, Autos und Menschen. Dazwischen lauter kleine Stände von Babuschkas – alte, oft sehr kleine Frauen, wie man sie in Deutschland nie sieht. Sie verkaufen einzelne Zigaretten, ein paar Birnen und Tomaten aus ihrem Garten. Daneben gibt es aber ganz andere Stände, die: rot und blau leuchten. „Kiewstar“ und „Life“ heißen die Mobilfunkanbieter. Die Leute kaufen sich hier neues Guthaben in entweder roten oder blauen quadratischen Pappumschlägen. Jeder hat ein Handy und starrt ständig darauf. Die meisten haben das gleiche billige Handy von Nokia, das auch ich habe. Überall ist es die gleiche Standardmelodie, die erklingt, wenn jemand angerufen wird. Am Anfang bin ich immer hochgeschreckt... Was ich sonst noch in Kiew erlebt habe, erfahrt ihr in meinem nächsten Eintrag.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 18, 2011
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Aug 18, 2011

Studentenleben live

Gender Mainstreaming

Daran, dass ich nicht mehr als Student angesprochen werde, sondern als Studierender habe ich mich inzwischen schon fast gewöhnt. Der politisch korrekte Professor/Dozent umgeht damit den Umstand, von Studentinnen und Studenten sprechen zu müssen. Die Partizipialkonstruktionen sind geschlechtsneutral – noch. Irgendwann wird dann doch auch von Studierendinnen und Studierenden gesprochen und die politisch korrekten Akademiker müssen sich etwas Neues einfallen lassen – die Akademikerinnen natürlich auch. Ganz auf sich allein sind die nach Political Correctness strebenden Akademiker nicht. In der Uni liegen nun vielerorts Flugblätter mit einem Angebot von der sächsischen Gleichstellungsbeauftragten: Hier können die alten Dozenten/innen, die mit den alten Rollenbildern und der alten Sprache aufgewachsen sind, kostenlos etwas Nachhilfe bekommen.

Professorin, Kanzlerin, Präsidentin... das haben wir schon geschluckt, aber wann wird in den Medien auch neutral von dem Mörder oder der Mörderin, nach der gefahndet wird gesprochen? Oder heißt es dann: „der oder die Mordende“. Das Ganze geht soweit, dass eine EU-Kommissarin nun schon dem Spielzeughersteller Lego vorwirft überkommene Geschlechterbilder in den Spielfiguren zu reproduzieren. Lego solle mehr Klonkriegerinnen und mehr Hausmänner ins Spiel bringen. Ich hefte dieses Kapitel nun erst einmal in meiner Ordnerin ab und leere noch schnell unseren WG-Müll in die Tonne, weil gleich die Müllmänner und Müllfrauen kommen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 15, 2011
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Rubrik: studium
Aug 15, 2011

Studentenleben live

Die perfekte Bewerbung

… gibt es wahrscheinlich gar nicht. Genauso wenig wie es perfekte Menschen gibt. „Nobody’s perfect!“ heißt es doch immer so schön und auch Goethe wusste schon: „Es irrt der Mensch, solang er strebt“. Aus diesem Grund müsste man sich also theoretisch nicht in dem Maße selbst unter Druck setzen wie man es genau genommen immer tut. Wie gesagt: theoretisch. In der Praxis sieht es anders aus. Man bastelt gefühlte hundert Jahre an der Bewerbung herum – sei es für einen Ausbildungsplatz, ein Praktikum, einen Arbeitsplatz oder ein Trainee-Programm. Wortwahl, Formulierung, Rechtschreibung, Optik – es muss einfach alles „perfekt“ sein. Denn bereits das Lesen des Anschreibens kann über Top oder Flop entscheiden. Im Flop-Fall wird der Lebenslauf nicht einmal mehr eines Blickes gewürdigt. Aussieben, das ist es, was die Personaler akribisch betreiben. Die Spreu vom Weizen trennen und nur diejenigen zu einem Vorstellungsgespräch einladen, die in ihren Augen dazu geeignet sind, um in ihrem Unternehmen anzufangen.

Tja, und so fange auch ich nun langsam an, mich mit diesem Thema gezielter auseinander zu setzen. Ein Praktikumsplatz für mein letztes Semester nächstes Frühjahr kommt schließlich nicht mit dem Storch angeflogen. Da werde ich noch so einiges an Schweißblut investieren – ich möchte schließlich mit meiner Bewerbung positiv bei den Personalern auffallen und mich dem Perfektionsgrad wenigstens annähern- ganz so wie bei der Quadratur des Kreises.

Autor: Jacqueline  |  Rubrik: studium  |  Aug 12, 2011
Autor: Jacqueline
Rubrik: studium
Aug 12, 2011