Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Geschichte und Philosophie

Mensa Revolution — Essen hilft

In unseren Mensen an der Uni Leipzig fanden in den letzten Monaten einige Veränderungen statt. Angefangen hat alles mit der Neueröffnung unserer Zentralmensa – alles neu, alles blank, alles rational durchdacht. Knapp 3000 Essen werden hier in drei Stunden ausgegeben und hinuntergeschlungen, selten wirklich gegessen. Doch für mich stellte es eine wesentliche Verbesserung dar. Zuvor konnten wir immer nur zwischen fertig zusammengestellten Gerichten wählen, selten jedoch sagte mir eines in seiner Gesamtheit zu, so dass ich häufig einen Teil des Essens stehen ließ oder vorher noch um Verzicht auf die Soße oder ähnliches bat. In der neuen Mensa kann ich mir verschiedene Hauptspeisen und beilagen zusammenstellen, dazu noch einen Schuss Olivenöl oder etwas frisch gemahlenen Pfeffer fügen. Somit wurde ich zum fast regelmäßigen Besucher der Mensa.

In den letzten Wochen las ich dann von der „Mensa Revolution“ – ein Programm des Stura (Studentenrat). Es fing damit an, dass einige der Gemüse, die als Beilagen angeboten wurden, aus ökologischem Anbau stammten –feine Prinzessbohnen, Brokkoli, Karotten, etc. Bald stand bei der Ausgabe des Fischgerichts eine kleine Notiz, die darauf verwies, dass keine Fische mehr angeboten würden, die laut Greenpeace oder WWF zu den besonders überfischten und bedrohten Arten zählen. Manchen Supermärkten ähnlich kamen zu einigen Getränken, Milchprodukten und abgepackten Speisen eine Kennzeichnung à la „ich bin von hier“ oder „regional“. Auch in der Cafeteria wird nur noch Kaffee mit dem Siegel des „Fairen Handels“  gereicht, außerdem feine Schokolade und Schokoriegel.

Im Ganzen eine gute Sache, fehlt nur noch, dass wir auf uns selber achten und nicht irgendwas sondern gesundes in uns reinschaufeln – oder noch besser in angenehmer Atmosphäre speisen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jan 12, 2011
Autor:
Rubrik: studium
Jan 12, 2011

Geschichte und Philosophie

Studium: Ausbildung oder Bildung? — Neujahrsreflexionen

Was ist mein Studium? Ausbildung oder Bildung?! Wo liegt überhaupt der Unterschied? Ausbildung bedeutet für mich, wie in der Sprache der Mathematik, Formeln zu erlernen und sich in ihrer Anwendung zu üben oder, wie in der Sprache der Musik, das Beherrschen eines Instruments und das Einüben von Stücken.

Bildung ist die Suche nach Formeln und das Komponieren von Musikstücken. Eine Ausbildung erhalte ich, Bildung erlange ich. Ich denke, dass beides nicht völlig voneinander zu trennen ist – in unterschiedlichen Proportionen kommt es immer zusammen. Eine Ausbildung kann man an der Universität immer erhalten, aber Bildung zu erlangen beziehungsweise selber den Schwerpunkt auf Bildung zu legen, ist wohl eine Frage des Anspruchs. Ein Anspruch, den man an sich selbst stellt. Auch eine Frage des Skeptizismus mit welchem ich dem Erfahrenen begegne und eine Frage des Spiels damit. Dass ich das Erlernte und Erfahrene in meine Welt integriere, dass ich nicht zwischen parallelen Welten changiere – zwischen Uni und Freizeit, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Diese Sphären will ich mit einander verschmelzen, sie in Einklang bringen, sonst brächte mir das ganze herzlich wenig.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2011
Autor:
Rubrik: studium
Jan 7, 2011

Geschichte und Philosophie

Weihnachten im Osten

Leipzig 

Eisig kalt ist es im Osten – in Leipzig. Ich bin über Weihnachten nicht nach Hause gefahren, sondern habe meine Familie hierher eingeladen. So konnte ich die Stadt, in der ich studiere auch zu einer mir noch unbekannten Zeit kennen lernen – Weihnachten eben. Von meinen Freunden waren alle ausgeflogen, um Weihnachten bei ihren Familien zu verbringen. Aber zu meinem Bestreben, die Stadt, in der ich wohne, auch wirklich kennen zu lernen – so weit es mir in diesen paar Jahren, die ich hier bin, möglich ist, passte es nun sehr gut, mit dem Ende der Vorlesungen ihr nicht gleich den Rücken zu kehren.

So konnte ich den berühmten Weihnachtsgottesdienst mit dem Thomanerchor in der Thomaskirche erleben. Der Chor, den auch schon J. S. Bach als Kantor führte, wird bald 800 Jahre alt sein. Um ihn schon einmal zu erleben, war ich auch am vierten Advent in der Thomaskirche. Wie war ich da überrascht, dass diese große und bedeutende Kirche mit diesem wunderbaren Knabenchor am vierten Advent eine lächerliche Zahl von vielleicht nur 120 Besuchern angezogen hatte. War ich doch aus Furcht, gar keinen Platz mehr zu bekommen, extra früher gekommen!

Nicht so an Heiligabend. Die Zeitung hatte schon angekündigt, dass in Deutschland ungefähr jeder zweite an diesem Tag zum Gottesdienst gehen wolle – in den alten Bundesländern über die Hälfte, in den neuen Bundesländern jeder dritte. Nun kam ich mit meiner Familie eine gute Stunde vor Beginn des Gottesdienstes und wir konnten keinen der besseren Plätze mehr ergattern, viele der nachfolgenden Leute konnten nur noch stehen. Welch andere Stimmung aufkommt, wenn eine Kirche wirklich voll ist! Was, wenn nun all die Leute auch die Lieder gekannt hätten und sie hätten singen können! Aber dafür gab es ja noch den Thomanerchor. Ein Freund aus Paris schrieb mir, dass er, wenn es dort auch so einen guten und bewegenden Chor gäbe, vielleicht auch Christ geblieben wäre.

 

Foto: privat

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jan 4, 2011
Autor:
Rubrik: studium
Jan 4, 2011