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Geschichte und Philosophie

WG gesucht (Teil 2)

Nun schaue ich mich nach einer neuen WG um, Internetseiten wie wg-gesucht.de helfen mir dabei. Ich kenne Leipzig nun besser. In ein paar Gegenden will deshalb ich auf keinen Fall, andere gefallen mir gut. Ruhe brauch ich. In eine Straße mit viel Verkehr bringen mich keine zehn Pferde. Anderen macht das wohl nichts aus, mir vergraut es manchen Morgen, vom Berufsverkehr geweckt zu werden. Grün muss wenn nicht vor der Haustür, dann zumindest in der Nähe sein, auch der Weg zur Uni soll möglichst grün und ruhig sein – in Konkurrenz zu genervten oder unausgeschlafenen Pendlern fahre ich nicht so gerne.

Wohnungen gibt es hier viele, nur wenige Viertel sind für Studenten nicht erschwinglich. Fast überall finden sich leer stehende Häuser. Manch zerfressener Balkon, manch zerflossenes Tympanon zeugt von einstiger Pracht der vor 100 Jahren sehr wohlhabenden Handelsstadt Leipzig. Es wird noch einige Jahre dauern, bis Leipzig vollends von Kapital durchdrungen ist und einer westdeutschen Stadt wie Frankfurt gleicht.

Ein paar WGs habe ich mir schon angeschaut, meist weiß ich nach wenigen Sekunden schon, ob ich einziehen wollen würde oder nicht. Das Gefühl im Bauch ist da sicherer als irgendeine Checkliste oder ein Kriterienkatalog, den man abhakt.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Nov 6, 2009
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Rubrik: studium
Nov 6, 2009

Geschichte und Philosophie

WG gesucht (Teil 1)

Bauchschmerzen hat es mir bereitet, aber es musste sein: Heute habe ich meinen Mitbewohnern gesagt, dass ich ausziehe. Ein Jahr haben wir zusammen gewohnt - eine spannende Zeit!

Es war richtig gut, bei Studienbeginn nicht allein zu sein und sich nicht alleine einen eigenen Haushalt aufbauen zu müssen, sondern sich schon in etwas Bestehendes zu begeben. Viele praktische Informationen haben wir uns gegenseitig zugesteckt: Wo gibt's den nächsten Bioladen, wann ist Markt, wo kann man gut joggen gehen, welcher ist der kürzeste Weg zur Uni?

Bald erfuhr ich, dass man hier durch eine Luke aufs Dach klettern kann und dass wir von früheren Mitbewohnern im Keller noch einen Haufen Gerümpel und manch nützliches Zeug haben. Ich lernte verschiedene Weisen zu kochen kennen und erfuhr, was man in der Afrikanistik, Physik, Geographie und Religionswissenschaft eigentlich macht. Wir erzählten uns gegenseitig von anstehenden Ereignissen und Veranstaltungen. Inga lieh mir ihr Nähzeug und Robert gab mir bei Problemen mit meinem Computer Hilfestellung, ihn wiederum inspirierten meine kulinarischen Experimente zu eigenen Versuchen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2009
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Rubrik: studium
Oct 30, 2009

Geschichte und Philosophie

Der Charme alter Möbel

Die Möbel, die ich abholen wollte, passten tatsächlich nicht in ihre Umgebung - ein neues Haus mit grellrotem, flauschigen Teppich und schneeweißen Wänden. Der freundliche Besitzer, kahlgeschoren und Designerbrille tragend, war froh, dass ich mich über die Möbel freute und sie gerne nahm. Es ist toll, meiner Philosophie entsprechend, Altes wiederzuverwerten, besonders, wenn es mir hochwertiger als das Neue erscheint.

Inzwischen verbinde ich manch schöne Erlebnisse mit diesen Möbeln, besonders mit dem Sofa. Auch das Pult, an dem ich jetzt sitze - dem Anschein nach ein abgeranzter einfacher Tisch. Er war aber der Küchentisch meiner Kindheit - das fühlt sich lustig an. IKEA und Co. passen einfach nicht zu meiner Vorstellung eines Studenten.

Zu Besuch bei einem Freund sitze ich auf einem Stuhl und an einem Tisch aus dem 17. Jahrhundert. Mir vorzustellen, was jene, die vor mir an diesem Tisch saßen, gegessen haben, wie sie gedacht haben und wie sie gekleidet waren, finde ich spannend. Ob sie an ihrem Gürtel vielleicht einen Degen trugen, über irgendwelche Despoten schimpften oder selber welche waren.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 23, 2009
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Rubrik: studium
Oct 23, 2009