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Ausbildung live

Urlaubscountdown!

Mein nächster Theorieblock fängt an. Das heißt nicht nur, acht Stunden am Tag bei über 30 Grad in einem stickigen Gebäude zu sitzen, sondern gleichzeitig, meinem Urlaub entgegenzufiebern. Man spürt, dass jeder im Kurs die Tage zählt, bis er endlich am Strand liegt oder woanders freie Zeit verbringt. Drei Wochen nur entspannen und mal nicht für eine Klausur oder Prüfung lernen. So gerne ich lerne, ich werde meine Zeit ohne Prüfungsstress sehr genießen.
Ich selbst werde meine Ferien wieder in verschiedenen Feriencamps verbringen. Ich habe mich so sehr gefreut, als ich zu Beginn der Ausbildung erfahren habe, dass mein Urlaub in die Ferienzeit fällt. Wenn dir ein Projekt so sehr am Herzen liegt, kannst du es nicht einfach so gehen lassen. Und so kommt es, dass ich bereits wieder seit März parallel zur Ausbildung Kinder- und Jugendfreizeiten vorbereite.
Während mein restlicher Kurs sich also die Zeit bis zum nächsten Städtetrip vertreibt, zähle ich die Tage, die ich noch für die letzten Vorbereitungen zur Verfügung hab. Ich hoffe, ich schaffe es, mit meinem Team eine coole Freizeit aufzubauen.
Gleichzeitig habe ich für mich beschlossen, dass es wohl doch die letzte Saison für mich wird. Das habe ich zwar letztes Jahr schon gesagt, aber Lernen, Privatleben, Sport und Ehrenamt in diesem Umfang unter einem Hut zu kriegen, ist verdammt schwer. Im nächsten Jahr stehen zu dieser Zeit die Zwischenprüfungen an. Und das Jahr darauf ist mein Examensjahr. Beides hat natürlich Vorrang und so gehe ich meinem womöglich letzten Campsommer mit einem traurigen und einem lachendem Auge entgegen.

Autor: Lydia  |  Rubrik: ausbildung  |  Jul 19, 2019
Autor: Lydia
Rubrik: ausbildung
Jul 19, 2019

Ausbildung live

Von Hypochondrie und anderen Schwierigkeiten

Eins meiner Lieblingsthemen im Theorieunterricht ist die Krankheitslehre. Es gibt so ziemlich nichts, was es nicht gibt. Tag für Tag lerne ich Symptome kennen, die eine oder mehrere Krankheiten ergeben und auch, was zu dieser Krankheit geführt hat und wie man sie behandeln kann.
Ich werde systematisch darauf trainiert, Menschen ganz genau anzuschauen und Auffälligkeiten wahrzunehmen. Was sind das für Flecken auf den Nägeln? Die Haut ist an der Stelle aber komisch. Das Gewebe fühlt sich dort anders an.
Hat man das einmal verinnerlicht, ist es schwer, das abzustellen. So kommt es schon mal vor, dass ich neuen Bekanntschaften erst mal ein Kompliment für ihre schönen Venen mache.
Gleichzeitig darf mein Beruf nicht mein ganzes Leben bestimmen. Viel zu schnell fängt man an, sich selbst zu diagnostizieren. Und ruckzuck wird aus einem harmlosen Pickel das erste Symptom einer mittelschweren Krankheit.
Um dem entgegenzuwirken, betont meine Kursleitung stets, dass wir uns nicht verrückt machen und den Pfleger*innenmodus außerhalb des Krankenhauses ausstellen sollen.
Zugegeben: Das klappt nicht immer. Ich ertappe mich häufig dabei, wie ich fremde Menschen in der Bahn beobachte und überlege, was die auffälligen Erscheinungen für eine Geschichte zu erzählen haben.

Autor: Lydia  |  Rubrik: ausbildung  |  Jul 10, 2019

Ausbildung live

Luxusleben eines Azubis

Ich mag Praxiseinsätze unglaublich gern. Ich kann nicht immer ewig still sitzen, sondern brauche Bewegung. Und außerdem nehme ich in der Praxis unglaublich viel Wissen mit. Nur manchmal ist das nicht immer so einfach, wie ich es gern hätte.
Der bekannte Pflegenotstand und die dauerhafte Unterbesetzung führen verstärkt dazu, dass die praktische Ausbildung zu kurz kommt. Auf Fragen bekomme ich häufig nur eine genervte Antwort. Wenn ich bei einer Aufgabe Anleitung von einer examinierten Pflegekraft haben möchte, macht sie es lieber selbst. Kostet weniger Zeit und geht schneller, wenn sie das macht. Doch auf diese Weise lerne ich nichts.
Es geht sogar so weit, dass ich mich nicht mehr traue nachzufragen, wenn mir etwas unklar ist.
Aktuell erlebe ich das komplette Gegenteil. Die Pflegekräfte auf meiner derzeitigen Einsatzstation sind alle sehr hilfsbereit und zeigen mir gerne etwas. Ich darf Fragen stellen und alle bemühen sich um Antworten. Hier haben die Pflegekräfte verstanden, dass sie Nachwuchskräfte nicht vergraulen dürfen, wenn sich die Situation verbessern soll.
Ich frage mich, warum das nicht überall machbar ist und warum es so viele Stationen gibt, bei denen man jeden einzelnen Dienst zählt, bis man sie wieder verlässt. Ist das der Sinn unserer praktischen Ausbildung? Nach und nach Stationen von der Liste streichen, bei denen man nach dem Examen auf keinen Fall anfängt? Ich glaube nicht. Und ich hoffe, dass noch mehr schülerfreundliche Stationen auf mich warten.