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100 erste Tage an der Uni

Studieren in Leipzig I

In Leipzig steht die zweitälteste Universität Deutschlands. Entsprechend stolz ist man hier auch auf diese lange Tradition und die vielen großen Namen, die man mit ihr verbindet: Goethe und Schiller, Schumann, Nietzsche, Kästner und Merkel. Das klingt gut, doch von diesen Alumni hab ich heute natürlich nichts.

Im Moment sind meine Vorlesungen auf ein Dutzend Gebäude in der ganzen Stadt verteilt, dabei habe ich ja gerade mal ein Dutzend Vorlesungen, Seminare und Übungen pro Woche. Von Interims-, also Zwischenlösung spricht man hier. Dass dies tatsächlich nicht mein ganzes Studium über so sein wird, scheint sogar realistisch. Seit ein paar Jahren wird in der Innenstadt an einem Gebäudekomplex gearbeitet, der das ehemalige Universitätsgebäude, das im Krieg stark beschädigt und unter der SED gesprengt wurde, ersetzen soll. Die Gebäude sollen im nächsten Jahr, wenn die Universität ihr 600jähriges Bestehen feiert, eingeweiht und bezogen werden. Dann werden Leipziger Studenten tatsächlich in für viele beneidenswerten Räumlichkeiten studieren.

Doch wie sieht es mit der Lehre aus? Ich studiere Geschichte. Die Professoren und Dozenten scheinen mir ganz kompetent, doch sind wir so viele, dass man für die Vorlesungen in die größten Hörsäle muss und auch die Seminare und Übungen in relativ großen Gruppen von nicht selten 40, 50 Studenten abgehalten werden. Die zuletzt Gekommen müssen sich dann auf den Boden setzen oder Stühle aus Nachbarräumen organisieren. Meine begründete Hoffnung ist, dass sich in den höheren Semestern die Zahl der Studenten verringern und damit das Betreuungsverhältnis verbessern wird.

 

Bild der Uni-Baustelle in Leipzig

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 31, 2008
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Oct 31, 2008

100 erste Tage an der Uni

BAföG beantragen

Schon vor einigen Wochen hatte ich mir den BAföG-Antrag vom Ständer im Flur des Studentensekreteriats mitgenommen, ihn aber, von seiner Dicke abgeschreckt, erst einmal beiseite gelegt. Nun war der Monat schon fortgeschritten und um auch dafür Bafög zu erhalten, musste ich ihn bis Monatsende abgeben. Deshalb setzte ich mich am Wochenende mit meinem Vater zusammen. Das Ausfüllen der relevanten Felder - so stellte sich heraus - war kein Problem, doch dann ging es an die Anlagen-Nachweise für alles, was man angegeben hatte: da ist der Einkommensnachweis der Eltern, Auszug des eigenen Kontos (wenn man zwei hat, dann eben von beiden vom selben Tag), der Mietvertrag, Immatrikulationsbescheinigungen der Geschwister und was weiß ich noch alles.

Als ich den Antrag dann abgeben wollte, hatte das Amt schon geschlossen, dabei war es doch erst 15 Uhr. Am nächsten Tag sollte es länger offen haben. Als ich dann zur Öffnungszeit wieder dorthin kam und das Treppenhaus mehrmals auf- und wieder absteigen musste, bis ich vor der richtigen Tür stand, grüßte ich Kafka zurück. Nach einiger Wartezeit kam ich an die Reihe, trat in das Büro ein und setzte mich zu der Dame an den Schreibtisch. Diese nahm meinen Antrag, besah sich jede Seite, stempelte sie dann ab und gab mir bald einige Blätter wieder. Diese seien nicht von Nöten, dafür aber dieses, dieses und jenes. Und folgenden Zusatzantrag müsse mein Vater dann stellen und dieses und jenes ausfüllen und beilegen. So verlief dieser Besuch weder zu ihrer noch zu meiner Zufriedenheit, doch der Antrag war schon mal eingereicht, das BAföG für diesen Monat also gesichert.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 28, 2008
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Rubrik: studium
Oct 28, 2008

100 erste Tage an der Uni

Nun geht's los

Heute hatte ich meine erste Vorlesung! Seit einer Woche wohne und lebe ich nun hier in Leipzig. An der dortigen Uni habe ich mich für den Bachelor-Studiengang Geschichte eingeschrieben.

Diese letzte Woche habe ich sehr intensiv erlebt. Alles ist neu und anders und so gefällt es mir.

Seit vier Jahren habe ich mich schon auf das Studium gefreut. Meine drei älteren Geschwister haben alle schon studiert oder studieren noch. Durch meinen Umgang mit anderen Studenten war mein Eindruck der, dass das Studium mit vielen Freiheiten verbunden ist. Man lernt, was man wirklich lernen will, man ist noch ungebunden und viele Wege stehen einem offen. Endlich kann man als jugendlicher Idealist all das ausprobieren, was man vorher im elterlichen Gefüge nicht machen konnte. Endlich kann man versuchen, das besser zu machen, was man anderswo bemängelt hat. Dass man da auch an Grenzen stößt, ist mir klar. Dass ich jetzt - als blutiger Anfänger - vieles noch nicht gesehen, geschweige denn gespürt habe, davon gehe ich aus und darauf lasse ich mich gerne ein.

Nichtsdestotrotz hat mir die letzte Woche gut gefallen. Ich bin viel mit dem Fahrrad - was täte ich bloß ohne es - durch die Gegend getingelt, habe Leipzig von Ost nach West und von Nord nach Süd durchquert und alles in mich aufgesogen.

Das Einschreiben in die verschiedenen Studiengangs-Module lief für mein Verständnis etwas chaotisch ab, doch will ich dies vorerst nur als Menschlichkeit des Systems deuten, nicht als Vorzeichen für die Qualität der Lehre. Die erste Vorlesung meines Lebens fiel einfach aus - mein Professor hatte mit dem Bürokratischen alle Hände voll zu tun.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 21, 2008
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Rubrik: studium
Oct 21, 2008