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100 erste Tage an der Uni

Hamburg

Nach dem Abi war ich auf einmal Studentin. Und genauso schnell hatte ich plötzlich Freunde, die nicht mehr nur im näheren Umkreis wohnten, sondern auf ganz Deutschland verteilt lebten – zum Beispiel in Hamburg. Gemeinsam mit zwei Freunden entschloss ich mich, einen der Feiertage im Mai zu nutzen und für ein verlängertes Wochenende dorthin zu fahren.

Nach knapp zwei Stunden Bahnfahrt, kam ich am Treffpunkt an, von dem aus wir mit dem Auto weiterfahren wollten und geradewegs in den ersten Stau brausten – und das zog sich durchgehend so weiter. Statt den eingeplanten dreieinhalb bis vier Stunden, brauchten wir also geschlagene sechs Stunden, bis wir auf den Besucherparkplatz im Wohnblock meiner Freundin rollten. Trotz der Strapazen freuten wir uns wahnsinnig, sie zu sehen, und machten uns auf in die Innenstadt, wo wir einen ehemaligen Klassenkameraden treffen wollten. Obwohl ich ja bereits Silvester mit meiner Familie in Hamburg verbracht hatte, kannte ich neben den Touristenattraktionen nicht viel von der Stadt. Mit dort heimischen Leuten durch die Stadt zu ziehen, gab mir dann aber einen ziemlich guten Eindruck davon, wie es sich als junger Mensch in Hamburg leben lässt. Ein ziemlicher Unterschied im Vergleich zum doch eher beschaulichen Aachen. Die großstädtische Atmosphäre und die friesische Gelassenheit haben definitiv ihren Charme, trotzdem war ich froh, als wir Montagnachmittag ohne Stau wieder in die Heimat fuhren.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Jun 15, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
Jun 15, 2016

100 erste Tage an der Uni

Tschechischer Nationalkorpus

Vergangene Woche fand an meiner Leipziger Uni ein außerordentlich spannender Workshop statt, an dem ich teilnahm. Es ging um den Tschechischen Nationalkorpus. Aber was ist eigentlich so ein Korpus? Im Prinzip handelt es sich um eine Sammlung aller Wörter einer Sprache. Der Benutzer kann sich über eine Plattform anmelden und dann über eine simple Suchliste nach Wörtern suchen. Daraufhin werden ihm Unmengen an Textauszügen angezeigt, in denen das entsprechende Wort vorkommt. Aber das Tool kann noch mehr. Es gibt nämlich ganz verschiedene Wörtersammlungen: Eine für gesprochene Sprache, eine für alte Texte, eine für übersetzte Texte, eine für den Prager Slang und noch einige mehr.

Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind nahezu unerschöpflich. Man kann sich auf einer Karte anzeigen lassen, welche Variante eines Wortes wo gesprochen wird und wie die Geschlechterverteilung ist. Man kann herausfinden, welches das am häufigsten verwendete Substantiv ist oder welches Adjektiv am häufigsten mit „jídlo“ (Essen) in Verbindung gebracht wird. Man kann sich sogar anzeigen lassen, was die häufigsten Worte in Harry Potter sind und wie der Name „Dumbledore“ auf Deutsch (Dumbledore), Italienisch (silente) und Tschechisch (Brumbál) genannt wird.

Das Tool macht nicht nur in der linguistischen Forschung Sinn, sondern eigentlich immer, wenn man viel mit einer Sprache zu tun hat. Ich bin gespannt, wie ich die Fähigkeiten des Korpus im weiteren Studium verwenden werde.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jun 6, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jun 6, 2016

100 erste Tage an der Uni

Tanz in den Mai

Meine Lerngruppe ist ein ziemlich bunter Haufen. Vom absoluten Dorfkind bis zum Städter ist alles dabei. Als Vertreterin der ländlichen Fraktion überraschte ich die Städter mit der Tradition des Maibaumsetzens. In meiner Heimat wird in der Nacht zum ersten Mai traditionell eine mit bunten Bändern geschmückte Birke vor das Haus der Liebsten gestellt. Da diese Bäume allerdings auch völlig legitim geklaut werden dürfen, muss der Maibaumsetzende entweder bei der Befestigung der Birke am Haus kreativ werden, Wache stehen oder das Risiko in Kauf nehmen, am nächsten Morgen bei seiner Liebsten nicht mit einem Maibaum aufwarten zu können. Seit der Jahrtausendwende ist es außerdem Brauch, dass in Schaltjahren nicht die Jungs, sondern die Mädels an der Reihe sind, ihren Lieben den Maibaum zu setzen.

Nachdem mein Freund im vergangenen Jahr also einen wunderschönen Baum vor unserem Wohnzimmerfenster aufgestellt hatte, war dieses Jahr ich an der Reihe. Das Problem war, dass wir für den Abend verabredet waren, er von der Aktion aber ja nichts mitbekommen darf. Mit der Hilfe meiner Schwester klügelte ich einen fast perfekten Plan aus, um ihn trotz der Verabredung noch überraschen zu können. Meine Schwester und ich fuhren kurzerhand in den Wald, fällten eine Birke und schnallten sie auf die eigentlich für Surfbretter ausgelegten Dachgepäckträger des Autos. Mit Maibaumschmuck und Kabelbindern bewaffnet, warteten wir auf das Stichwort seiner Mutter, die uns Bescheid gab, sobald sich mein Freund in sein Auto geschwungen hatte, um zu mir zu fahren. Dann klemmten wir den Baum mit Kabelbindern kurzerhand an die Regenrinnenhalterung hinterm Haus und sprangen wieder ins Auto. Um uns etwas Zeit zu verschaffen, hatten wir meinen Freund im Vorhinein gebeten, noch ein Buch abzuholen und so kamen wir fast zeitgleich bei meinem Elternhaus an. Die Überraschung war geglückt und er freute sich am nächsten Tag riesig über seinen ersten Maibaum.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Jun 6, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
Jun 6, 2016