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100 erste Tage an der Uni

Ersti-Woche

Seit einer Woche kann ich mich endlich stolze Heidelberger Jura-Studentin nennen. Zur Orientierung und zum Kennenlernen der Kommilitonen haben wir in der Ersti-Woche bei eisigen Temperaturen eine Stadtrallye gemacht und auf dem Universitätsplatz gegen ein Gesetzbuch geboxt. Natürlich habe ich auch in der ersten Woche schon vierstündige Vorlesungen und Einführungen hinter mich gebracht und werde oftmals von der schieren Masse der neuen Informationen erschlagen.

Mit fast 300 neuen Menschen diese Zeit zu erleben ist eine sehr intensive und spannende Erfahrung, denn noch sind alle hochgradig motiviert und aufgeregt. Die Professoren bringen keine große Erleichterung, wenn sie in absoluter Ehrlichkeit die nächsten Jahre aufzeichnen und auch die hohen Anforderungen dieses Studiums nennen. Als ein Professor in einem Nebensatz seiner Vorlesung erwähnte, dass wir in der zwölfwöchigen vorlesungsfreien Zeit zwei Hausarbeiten mit einem Aufwand von je vier Wochen bewältigen müssten, mussten erst einmal alle tief schlucken.

Nach diesen harten Brocken war es einfach nur toll, von der Fachschaft liebevoll bemuttert zu werden. Es gab Frühstück, ein Info-Programm und ermunternde Gespräche. Den Anschluss zu finden, wurde uns immer wieder gesagt, sei insbesondere im Jurastudium wichtig, da man sonst sehr schnell vereinsamen könne. Aber recht schnell bildeten sich Grüppchen zwischen Leuten, die gut zusammenpassten. Ich bin total froh, alle diese neuen Dinge zu erleben und so mache ich mich auch auf zu nächsten Veranstaltung!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Oct 27, 2015
Autor: Bo
Rubrik: studium
Oct 27, 2015

100 erste Tage an der Uni

"Willkommen an der Uni Leipzig"

Es war ein Montag. Mein Wecker klingelte. Ich weiß nicht mehr wann, aber auf jeden Fall viel zu früh. Ich schwang mich unter die Dusche, dann in die WG-Küche und dann auf mein Rad, um schlussendlich im Audimax zu landen. Ferdinand H. hat es tatsächlich in einen Hörsaal geschafft. Vorne erzählte ein junger Mann, wie die Fakultäten aufgebaut sind, was Leistungspunkte sind, und wie die Organisation funktioniert. Am frühen Nachmittag hörte ich mir noch die Einführung zur WLAN- und Bibliotheksbenutzung an.

Am nächsten Tag klingelte mein Wecker nicht ganz so früh. Nein, er klingelte so spät, dass ich zur Einführung der Westslawistiker, völlig verschwitzt und hechelnd, 15 Minuten zu spät hereinpolterte. Um mich herum saßen die Dozenten und meine Kommilitonen – auch wenn es von letzteren nicht so viele gibt. Nach der Vorstellungsrunde und dem gemeinsamen Durchgehen des Studienverlaufsplans war die Veranstaltung zu Ende. Und damit der offizielle Part meiner Einführungswoche.

In Leipzig gibt es seit einigen Jahren zusätzlich noch eine alternative Einführungswoche. Die Veranstaltungen tragen Namen wie „Weg mit dem Geld – Marx Grundgedanke zu einer neuen Gesellschaft“ oder „Wieso brauchen wir plurale Ökonomie?“ Ich entschied mich dazu, an einer Fahrradtour durch das alternative Leipzig teilzunehmen. Und ich war nicht der Einzige. In einer Traube von ungefähr 100 Erstsemestern brachten wir den Stadtverkehr teilweise kurzzeitig zum Erliegen. Wir besuchten einen Nachbarschaftsgarten, ein Hausprojekt und zu guter Letzt einen Platz für alternatives Wohnen. Das ist schon alles ganz spannend, aber ich denke, ich muss mich an das Leben in Leipzig erst noch gewöhnen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 20, 2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 20, 2015

100 erste Tage an der Uni

Ein Sofa auf dem Balkon

Was für ein tolles Gefühl. Die letzten Kisten sind die Treppen hochgewuchtet, wir winken den Umzugshelfern hinterher und essen Pizza. Es ist der erste Abend in unserer Wohnung. Das fühlt sich komisch an. Seit diesem ersten WG-Abend hat sich schon wieder einiges geändert. Mein Hochbett ist nach viel Frust und Arbeit sicher in der Wand verplombt. Dübel dafür im Baumarkt zu kaufen, war ein Erlebnis. Wie lange war ich wohl nicht mehr in einem Baumarkt? Zwei Jahre? Drei? Oder doch fünf? Der Rest meiner Möbel – das sind derzeit noch nicht sehr viele – ist mittlerweile auch aufgebaut. Insgesamt wirkt die Bude mit jedem Tag wohnlicher – freilich auch und eigentlich vor allem dank der Hilfe von Familienmitgliedern, die handwerklich begabter sind als meine Mitbewohner und ich. Seit Neuestem steht so nun auch endlich unsere Küche. Und auch die Waschmaschine ist angeschlossen.

Auf der Pirsch nach günstigen und schönen Möbeln verschlug es uns zuletzt auf einen der zahlreichen Leipziger Flohmärkte. Dort haben wir so viel gekauft, dass nicht einmal alles in unser Auto passte. Als wir am Abend noch einmal hin fuhren, um eine Küchenbank nachzuholen, bat man uns, auch das danebenstehende Sofa mit einzuladen. Ein geschenktes Sofa, das man uns am Mittag noch für 170 Euro verkaufen wollte, nehmen wir natürlich gern. Das gute Stück hat nun seinen Platz auf dem Balkon gefunden.

So ein Umzug ist schon aufregend und das, obwohl doch eigentlich gar nicht so viel passiert. In meinen ersten Tagen in Leipzig habe ich die Straße, in der wir wohnen, nicht einmal verlassen. Nur zum Supermarkt habe ich es noch geschafft. Ansonsten verbrauchte ich meine Tage mit putzen, dem Hin- und Herschieben von Möbeln und der Suche nach irgendwelchen Dingen, die im Chaos verschwunden sind.

Mittlerweile habe ich es zumindest einmal in die berühmte Karl-Liebknecht-Straße geschafft, die für ihre unzähligen Kneipen und Restaurants berühmt ist. Dass ich Leipzig noch kaum kennenlernen konnte, macht mir eigentlich nichts aus. Ich weiß ja, dass ich noch ganz viel Zeit habe, um die Stadt zu erkunden. Dass ich irgendwann einen noch schnelleren Weg mit dem Rad ins Zentrum finden und die Straßenbahnlinien auswendig kennen werde. Und ich weiß, dass es eine gute Zeit wird.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 12, 2015
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 12, 2015