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100 erste Tage an der Uni

Kann´s das wirklich sein?

Was am Anfang des Semesters nur ein Eintrag im Kalender war, der noch in weiter Ferne lag, war jetzt plötzlich ein rasch näher kommender Termin geworden. Die Abschlussklausuren standen vor der Tür und mit ihnen eine Menge Stoff zum Lernen. Während des Paukens drängte sich neben dem Zeitdruck aber noch ein anderes Thema in meinen Kopf: Die Art und Weise des Lernens. Schon in der Schule fand ich reines Auswendiglernen ziemlich „wettbewerbsverzerrend“ und vor allem wenig nachhaltig. Doch was machte ich jetzt für die Uni-Klausuren anders? Richtig – nichts! Ich zimmerte mir Daten und Abläufe der athenischen Demokratie in mein Hirn und lernte anhand von Karteikarten die Definition des idealistischen Konzeptes in den internationalen Beziehungen. Aber konnte es das wirklich sein? Ursprünglich dachte ich, dass es in der Uni viel mehr auf selbst erdachte Zusammenhänge ankommt. Pustekuchen…

Fraglich ist deshalb a) ist das gerecht? und b) bringt das Lernen etwas für später? Zu a) kann man sagen, dass es (wenn überhaupt) insofern gerecht ist, weil jeder die gleiche Chancen hat, anhand des Vorlesungskriptes (so es denn eines gibt) für die Klausur zu lernen. Dann kann es natürlich schon vorkommen, dass jemand, der nie in der Vorlesung war, eine bessere Note schreibt als man selbst, der fast immer anwesend war. Dies wäre wiederum ungerecht.

Über b) denke ich ebenso negativ. Wenn man mich zum Beispiel jetzt nach Details zum gelernten Stoff fragen würde, könnte ich kaum noch etwas wiedergeben. Man lernt nur noch, um das kurzfristig Gespeicherte in der Klausur schnellstmöglich zu Papier zu bringen – und es anschließend wieder von der Festplatte zu löschen. Gewinn für die Zukunft? Minimal bis kaum vorhanden. Schade, wo das Studium doch auf den Beruf und die Zukunft vorbereiten soll…

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Apr 19, 2011
Autor: Leon
Rubrik: studium
Apr 19, 2011

100 erste Tage an der Uni

SEV — muss ich mehr sagen?!

Früher war doch alles besser. Da konnte man sich wenigstens noch über Schnee freuen und lief als Kind immer sofort raus, um Schneemänner zu bauen und Schlitten zu fahren. Doch diese lustigen und unbeschwerten Zeiten sind leider vorbei.

Jetzt ist man Student und die Winterzeit und der Schnee der größte Feind. Zumindest wenn man sich auf die Dienste der Deutschen Bahn verlassen muss, um pünktlich zur Uni zu kommen. Ebenjene Deutsche Bahn mag den Schnee nämlich überhaupt nicht und lässt deswegen gerne auch mal ein paar Züge ausfallen. Dann kommt etwas zum Einsatz, was man als Bahnfahrer so gerne mag wie ein Fußballer eine Gelbsperre im WM-Finale: der SEV. Für die Unwissenden unter euch nochmal ausgeschrieben: Schienen-Ersatz-Verkehr. Dieser geht bevorzugt in Bussen vonstatten und verlängert die Fahrzeit natürlich erheblich.

Das Ganze macht am meisten Spaß, wenn man mit seinem Cello unterwegs ist und sich in den (wie sollte es anders sein) viel zu spät kommenden und viel zu engen Bus quetschen darf. Natürlich hält der Bus dann auch nicht dort, wo der Zug normalerweise hält, sondern 500 Meter entfernt. Aber hey, ich geh‘ doch gerne noch einen kleinen Umweg –bei dem schönen Wetter. Vor mir starten vier kleine Jungs dann noch ne Schneeballschlacht und ich denke mir: Mein Gott, war das damals schön…

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Apr 8, 2011
Autor: Leon
Rubrik: studium
Apr 8, 2011

100 erste Tage an der Uni

"Uni is? halt auch nur Uni!"

Das war ja klar. Obwohl ich überaus rechtzeitig losgefahren war, kam ich zeitlich in Bedrängnis. Das wäre an einem normalen Dienstag nicht so schlimm gewesen, doch heute sollte ich meine erste Klausur an der Uni schreiben. Da wär’s ja schon nicht ganz so schlecht, pünktlich da zu sein. Doch die gut alte S-Bahn in Berlin denkt sich: „Pah, das ist mir relativ schnurz-piep-egal, die kleine, süße S7 fährt heute schön nur im 20-Minuten Takt. Ach ja, und 30 km/h weniger fährt sie auch“. Danke dafür.

Glücklicherweise kam ich nicht zu spät, der Hörsaal war allerdings trotzdem schon voll. Leicht nervös wartete ich den Beginn der Klausur ab, wünschte meinen Mitleidenden Glück und los ging der Spaß! Drei Fragen, 90 Minuten, vier Kugelschreiber, zwei Uhren, ein Getränk und ich – soweit die nackten Zahlen.

Nach eineinhalb Stunden war der ganze Spuk auch schon vorbei und außer einem Krampf in der rechten Hand muss ich sagen: Lief nicht übermäßig schlecht. Bei den anderen war auch von keiner größeren Misere zu hören, der Tag fing also ganz gut an. Vier Stunden später sollte ich nämlich die nächste Klausur schreiben, nach Politik jetzt Geschichte. Genauer noch: griechische Geschichte. Als auch diese Klausur (überraschend einfach) gelaufen war, wurde es Zeit für eine erste Bilanz: War alles halb so schlimm wie befürchtet. Uni is‘ halt auch nur Uni!

Autor: Leon  |  Rubrik: studium  |  Mar 10, 2011
Autor: Leon
Rubrik: studium
Mar 10, 2011