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100 erste Tage an der Uni

Couchsurfing - Reisen wieder als menschliches Abenteuer

Couchsurfing funktioniert so: Das Internetportal couchsurfing.com verbindet all jene, die gerne reisen, aber aus verschiedenen Gründen nicht in Hotels absteigen wollen und deshalb eine Couch oder eine andere Übernachtungsmöglichkeit suchen. Man meldet sich an, kann ein Profil erstellen und gibt an, ob man selber eine Couch oder eine andere Übernachtungsmöglichkeit zu bieten hat.

In fast allen Großstädten dieser Welt und auch in vielen kleinen findet man inzwischen Couchsurfer. Hier in Leipzig gibt es sogar eine Gruppe von Couchsurfern, die sich regelmäßig trifft. Sie verbindet die Philosophie einer sich gegenseitig aushelfenden Gemeinschaft. Reisen mehr als menschliches denn als ein kommerzielles Abenteuer.

Man kann so in die Fremde reisen, ohne gleich in den Touristentopf geworfen zu werden, ohne im Touristensumpf zu versacken, ohne in die Touristenfallen zu tappen. Wenn man die Landessprache nicht oder nur gebrochen spricht, kann man versuchen jemanden zu finden, der eine gemeinsame Sprache spricht und einen so an die Landessprache heranführen kann. Natürlich kann man bei den Leuten meist nur wenige Tage bleiben, aber es ist wunderbar, in der Fremde schon mal einen sicheren Hafen zu haben.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 13, 2009
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Rubrik: studium
Jul 13, 2009

100 erste Tage an der Uni

Lieber München oder Berlin oder Jena oder Leipzig?

Vor einem Jahr war ich auf der Suche nach einer Hochschule, an der ich gut studieren und einer Stadt, in der ich gut leben könnte. Internet und Studienführer, Freunde und Gefühl halfen mir, ein halbes Dutzend Unis auszusuchen: München, Berlin (Humboldt Uni und Freie Uni), Jena, Leipzig und Magdeburg.

Ich hatte mich unter anderem für einen Studienplatz der Philosophie beworben. Als einzige Uni hatte die LMU München mich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, um meine Eignung für dieses Studium festzustellen. Zuvor sollte ich ein kleines Motivationsschreiben verfassen. Das gefiel mir gut, nicht auf die zwei Ziffern der Abiturabschlussnote reduziert zu werden.

Die Uni beeindruckte mich, das Gespräch lief gut, aber München hat meiner Meinung nach kein studentisches Flair. Auch wenn die Münchner feiern können, so ist es doch eine geschäftige Stadt. Die Lebenshaltungskosten sind hier ziemlich hoch, und ein Bohème, Künstler oder Träumer findet hier wohl weniger Seinesgleichen.

Daraufhin nahm ich den Zug nach Leipzig, eine große Unbekannte für mich. Ich kam in einem riesigen Bahnhof an, so groß, dass noch hundert Läden darin Platz gefunden haben - der Bahnhof zur Shoppingmall. Draußen ratterten die Straßenbahnen. Ich kaufte mir einen großen Stadtplan und lieh mir in einem Laden ein Fahrrad. Direkt neben dem Bahnhof war ein Hostel für Rucksackreisende, ganz nett, aber heute würde ich es eher über Couchsurfing probieren.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jul 8, 2009
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Rubrik: studium
Jul 8, 2009

100 erste Tage an der Uni

Bildungstreik

Es herrscht bundesweit Bildungsstreik. Vor einigen Wochen schon organisierten ein paar Fachschaftsräte hier in Leipzig eine 48 Stunden dauernde Besetzung des Gebäudes der Geisteswissenschaften. Eine Bühne mit offenem Mikrofon wurde eingerichtet, wo jeder seinen Unmut äußern konnte: Anwesenheitspflicht verschule das Studium, es gäbe zu viele Prüfungen, der „Workload" sei zu hoch und vieles mehr. Immer wieder hieß es, der Bachelor sei an allem schuld.

In erstarrter Bewunderung sprachen viele von den Studentenprotesten in Frankreich - Monate lang haben Studenten und Dozenten solidarisch Gebäude besetzt und den Betrieb lahm gelegt. Meine Schwester, die gerade als Erasmusstudentin in Frankreich ist, kann ein Lied davon pfeifen. Aber bei der Bewunderung blieb es auch. Der Gedanke, dies könne auch in Deutschland, geschweige denn in Leipzig geschehen, war für viele anscheinend dann doch zu abenteuerlich. Die Besetzung des Unigebäudes endete ohne konkrete Forderungen und Beschlüsse. Ein paar Studenten beschlossen, den Protest fortzuführen und bemalten große Transparente und Laken, die sie am Hauptcampus aufhängten. Darauf stand dann: „Dieses Gebäude ist besetzt" und „Wir streiken". Was aber fehlte, waren konkrete Forderungen an die Universitätsleitung. Was soll sich ändern?!

Diese Woche nun, im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks, sollten wieder verschiedene Protestaktionen stattfinden. So zum Beispiel letzten Dienstag. Organisatoren des Streiks wollten die Unzufriedenheit der Studenten in Worte fassen und sie auf einen Protestmarsch am Mittwoch einstimmen. Doch von den knapp 30.000 Studenten der Uni Leipzig kamen gerade mal 30 - ein Reinfall. Zum Protestieren scheinen in Leipzig nicht viele aufgelegt zu sein. Sind sie verdrossen, fühlen sie sich ohnmächtig oder sind sie mit ihrer Situation doch vielleicht zufrieden?

So schlecht scheinen mir die Bedingungen hier tatsächlich nicht. Ob Bachelor, Diplom oder Magister, wichtig ist tatsächlich, dass die Universitäten ausreichend finanzielle Mittel haben, um genügend und gute Dozenten, Hilfskräfte und Professoren einzustellen.

      

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Jun 26, 2009
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Rubrik: studium
Jun 26, 2009