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Wo willst du arbeiten?

S-Bahn fährt ins Stadtzentrum
Viele Menschen entscheiden sich für das Stadtleben aufgrund der besseren Infrastruktur. Was wünschen sich Studenten von ihrem Arbeitsort?
Foto: Heidrun Hönninger

Wohnen und Arbeiten auf dem Land – Umfrage

Wo willst du arbeiten?

abi» hat Studierende unterschiedlicher Hochschulen gefragt, welche Kriterien ihnen bei der Wahl ihres zukünftigen Arbeitsortes wichtig sind und ob sie sich vorstellen können, auf dem Land zu leben und zu arbeiten.

Lisa Andrich (26) studiert Umweltingenieurwesen im achten Bachelorsemester an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg.

Mir ist es wichtig, später einen Beruf auszuüben, mit dem ich Gutes tun kann. Deshalb habe ich mich für Umweltingenieurwesen entschieden. Eine große Rolle spielt für mich der Ort beziehungsweise die Umgebung, in der ich später lebe – ebenso das Betriebsklima sowie die Position, in der ich arbeite. Natürlich möchte ich gut verdienen, aber vor allem möchte ich später keine 40-Stunden-Woche, denn mein Leben soll nicht nur aus Arbeit bestehen. Ich mag das Gefühl, viel Raum zum Leben zu haben – das spricht dafür, auf dem Land zu leben. Dort hat man eher die Chance auf ein Eigenheim mit Garten anstatt einer Wohnung. Ich denke allerdings, dass ich relativ stadtnah wohnen möchte. Ich bin in Berlin aufgewachsen und empfinde Cottbus schon als sehr klein und ruhig.

Florentina Sauter (19) absolviert ein duales Studium in Wirtschaftsingenieurwesen bei ifm im baden-württembergischen Tettnang. Aktuell befindet sie sich im vierten Semester.

Ein Porträt-Foto von Florentina Sauter

Florentina Sauter

Foto: privat

Einerseits stand für mich fest, dass ich direkt nach dem Abitur mit dem Studium beginnen wollte, andererseits war es mir mit gerade mal 17 Jahren wichtig, in der Nähe meiner Heimat zu bleiben. Ich komme aus einer kleinen Gemeinde im Bodenseekreis und da sowohl mein Betrieb als auch meine Hochschule von dort leicht zu erreichen sind, musste ich fürs Studium nicht extra umziehen. Ich kann mir derzeit sehr gut vorstellen, nach meinem Abschluss noch ein Masterstudium anzuschließen. Da ich noch sehr jung bin und bisher nur in der Bodenseeregion gelebt habe, möchte ich aber auf jeden Fall einige Zeit in einer größeren Stadt wohnen. Denn ich glaube, dass dies eine wertvolle Erfahrung für die persönliche Entwicklung sein kann – ein bisschen über den Tellerrand zu schauen, schadet bekanntlich ja nie. Auf langfristige Sicht schließe ich jedoch nicht aus, mich hier in meiner Heimat niederzulassen.

Maximilian Reusch (23) studiert Agrarwissenschaften – Pflanzenproduktionssysteme im zweiten Mastersemester an der Universität Hohenheim.

Ein Porträt-Foto von Maximilian Reusch

Maximilian Reusch

Foto: privat

Für das Studium habe ich mich entschieden, nachdem ich meine Leidenschaft für die Natur und die Prozesse entdeckt habe, die das Jahr über in der Landwirtschaft, vor allem in der Pflanzenproduktion stattfinden. Mir ist es wichtig, in Zukunft weiterhin im landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern, den ich irgendwann übernehmen werde, tätig zu sein und selbst Landwirtschaft zu betreiben. Ich bin in einem beschaulichen 120-Einwohner-Ort aufgewachsen und möchte dies nicht missen, da das Leben auf dem Land für mich ein Gefühl von Freiheit und greifbarer Natur bedeutet. Gerade im oftmals stressigen Alltag hat das einen beruhigenden Einfluss auf mich, den ich in der Stadt oft vermisse. Ich verstehe dennoch die Menschen, für die das Landleben nichts ist, wenn der nächste größere Supermarkt fünf Kilometer entfernt oder das öffentliche Verkehrsnetz nur bedingt gut ausgebaut ist. Auch die Internetanbindung ließ hier vor nicht allzu langer Zeit noch zu wünschen übrig.

Katrin Bogner (28) studiert Naturschutz und Landnutzungsplanung im sechsten Bachelorsemester an der Hochschule Neubrandenburg.

Ein Porträt-Foto von Katrin Bogner

Katrin Bogner

Foto: privat

Ich könnte mir gut vorstellen, nach dem Studium für eine Projektarbeit ein paar Monate ins Ausland zu gehen. Mich interessiert die Arbeit bei Nichtregierungsorganisationen. Ich überlege aber auch noch, ob ich einen Masterstudiengang dranhängen soll. Über meinen künftigen Arbeitsort mache ich mir nicht so viele Gedanken, denn ich habe keinen bestimmten Wunschort. Wenn sich eine interessante Stelle für mich ergibt, kann ich mir gut vorstellen, diese anzunehmen, egal, wo sie sich befindet. Ich bin immer offen für Neues. Deswegen ist mir die Entscheidung leichtgefallen, für mein Studium von Bayern nach Mecklenburg-Vorpommern zu ziehen. Arbeiten auf dem Land kann ich mir schon vorstellen, denn Naturschutz findet überall statt. Aktuell zieht es mich aber eher in die Großstadt. Da ist einfach mehr geboten. Aufs Land kann man auch noch ziehen, wenn man älter ist oder eine Familie plant. Ich bin in einer Kleinstadt in Bayern aufgewachsen und habe erstmal nicht das Bedürfnis, aufs Land zurückzukehren. Außerdem interessieren mich insbesondere Themen wie Naturschutz und Nachhaltigkeit in der Stadt.

abi>> 15.07.2019

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