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Die Gesundheit des Menschen im Blick

Reagenzgläser werden in einen Ofen gestellt
Um Mitarbeiter des Unternehmens vor toxischen Substanzen zu schützen, schreibt Maria Hellmund geeignete Sicherheitsmaßnahmen vor.
Foto: Nicole Schwab

Toxikologin

Die Gesundheit des Menschen im Blick

Maria Hellmund (32) arbeitet als regulatorische Toxikologin bei der BASF Services Europe GmbH in Berlin. Hier bewertet sie das Gefahrenpotenzial von Industriechemikalien für die menschliche Gesundheit und beschreibt gegebenenfalls Schutzmaßnahmen für den Umgang mit ihnen.

Obwohl es sich bei meiner Tätigkeit um einen klassischen Bürojob handelt, ist sie keinesfalls langweilig“, erklärt Maria Hellmund lächelnd. Seit eineinhalb Jahren ist die 32-Jährige bei der BASF Services Europe GmbH in Berlin als regulatorische Toxikologin festangestellt. „Jeder Stoff und jeder Auftrag sind anders, und deshalb muss ich mich immer neu in den jeweiligen Sachverhalt hineindenken.“ Warum gerade Toxikologie? „Ich finde es spannend, die Wirkung von Substanzen auf den menschlichen Körper zu verstehen, mögliche Gefahren zu bewerten und daraus Schutzmaßnahmen abzuleiten. Mit meiner Arbeit leiste ich einen Beitrag für die menschliche Gesundheit, und das gefällt mir sehr an meinem Beruf."

Gefahrenpotenzial ermitteln

Portrait Maria Hellmund

Maria Hellmund

Foto: privat

Wenn die BASF eine neue Chemikalie in der EU herstellen möchte, ist es die Aufgabe von Maria Hellmund deren Gefahrenpotenzial für den Menschen zu bewerten. Dabei arbeitet die Toxikologin nach den Richtlinien der europäischen Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals). Die Verordnung legt fest, dass zum Beispiel erst mit der Herstellung einer Chemikalie begonnen werden darf, wenn diese bei der ECHA (European Chemicals Agency) registriert ist. „Meine Arbeit besteht darin, alle bekannten Informationen zum humantoxikologischen Potenzial der Chemikalie zusammenzutragen und davon ausgehend die Risiken der Substanz für die menschliche Gesundheit zu bewerten.“ Sollte es sich dann tatsächlich um eine gefährliche Substanz handeln, mit zum Beispiel hautätzender oder krebserregender Wirkung, leitet die Toxikologin anhand von Gesetzesvorgaben eine Einstufung und Kennzeichnung dieser Chemikalie ab. Dies wird dann in einem Sicherheitsdatenblatt festgehalten.

Schutzmaßnahmen einleiten

Darüber hinaus führt die junge Toxikologin Expositionsbewertungen durch. „Dabei berechne ich das Risiko einer Stoffverwendung für den menschlichen Körper auf der Grundlage von stoffspezifischen Daten, modellierten Expositionen und zur Verfügung gestellten Messwerten. Diese beschreiben, auf welchem Weg und in welchem Ausmaß ein Arbeiter bei der Herstellung oder ein Endverbraucher bei der späteren Verwendung mit der Chemikalie in Berührung kommen können.“ Falls ein Risiko für den Menschen besteht, schreibt Maria Hellmund entsprechende Schutzmaßnahmen vor, wie etwa das Tragen einer Schutzbrille oder von Handschuhen. Egal woran die Toxikologin arbeitet, immer hat sie die Gesundheit des Menschen im Blick.

Problemloser Berufseinstieg

„Nach meinem Bachelorstudium in Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin hatte ich den Wunsch, später einmal in der Industrie zu arbeiten. Ich suchte also gezielt nach Masterstudiengängen, die mir den Einstieg erleichtern konnten“, erzählt die 32-Jährige. Da sie das Fach Toxikologie schon immer interessierte, entschied sie sich für einen weiterführenden Master, wie er an der Charité Universitätsmedizin Berlin angeboten wurde. „Einige Module wurden von Vertretern der Industrie und öffentlichen Behörden geleitet. Somit war schnell der erste Kontakt hergestellt und ich konnte meinen Wunsch schließlich in die Realität umsetzen.“

Wer später als regulatorischer Toxikologe arbeiten möchte, sollte neben fundierten toxikologischen und regulatorischen Kenntnissen ein Verständnis für Chemie mitbringen, rät Maria Hellmund. Auch gute bis sehr gute Englischkenntnisse seien von Vorteil, da die meiste Literatur, mit der man arbeitet, auf Englisch ist und auch die Registrierungsdossiers einer Chemikalie auf Englisch verfasst werden. Derzeit strebt Maria Hellmund eine Zertifizierung als „Fachtoxikologin GT“ an, die etwa von der Deutschen Gesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologie und Toxikologie (DGPT) angeboten wird. „Mein Arbeitgeber unterstützt mich dabei, indem er mir die Teilnahme an der Weiterbildung als Arbeitszeit anrechnet und die Kurskosten trägt.“

abi>> 08.08.2019