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Bodenhaftung, um pünktlich abzuheben

Ein Luftverkehrsmanager auf dem Fluggelände
Luftverkehrsmanager organisieren verschiedene logistische Prozesse, wie Ressourcenplanung und Personalsteuerung.
Foto: Thomas Lohnes

Luftverkehrsmanager

Bodenhaftung, um pünktlich abzuheben

Flughäfen sind komplexe Welten für sich. An dem in Stuttgart sorgt Luftverkehrsmanager Domenic Globisch (24) dafür, dass alle Abläufe perfekt ineinandergreifen und die Flugzeuge pünktlich abheben.

Wenn Domenic Globisch aus seinem Bürofenster blickt, sieht er Flugzeuge starten und landen – er sitzt den Rollbahnen gegenüber. Bis zu 400 Abflüge und Ankünfte finden hier pro Tag statt, 100 internationale Ziele stehen auf dem Flugplan. An den Terminals sind rund 55 Fluggesellschaften aktiv. Ein Mikrokosmos, der gut organisiert sein muss.

Daran arbeitet der 24-jährige Luftverkehrsmanager in der Abteilung „Beratung Aviation“, wo er logistische Prozesse am Boden plant. „Beratung Aviation“ umfasst unter anderem Projekte aus den Bereichen Flugbetrieb, Terminalbetrieb, Qualitätsmonitoring, Ressourcenplanung und Personalsteuerung sowie Daten- und Auswertungssysteme. Domenic Globischs Schwerpunkt liegt auf der Ressourcenplanung und Personalsteuerung.

Beauftragen? Oder selbst machen?

Ein Porträt-Foto von Domenic Globisch

Domenic Globisch

Foto: Alina Henne

Eine typische Aufgabe für den Luftverkehrsmanager: Dafür sorgen, dass das Gepäck nach einer Landung so schnell wie möglich beim Passagier ankommt. „Es gibt viele Unternehmen am Flughafen, mit denen wir partnerschaftlich zusammenarbeiten“, erzählt er. Anhand sogenannter „Make or Buy“-Analysen erarbeitet er die Datenbasis für die Entscheidung, ob eine bestimmte Leistung oder ein bestimmtes Produkt von externen Anbietern eingekauft oder intern erbracht und angeboten wird. Dabei geht es um Kosten, Qualität, Zeit, Ressourcenverfügbarkeit und Risiken. Die Abfertigung ist ein typisches Beispiel, wo mit derlei Analysen gearbeitet wird.

„Wir sind aber keine klassische Unternehmensberatung, da alles speziell auf die Bedürfnisse des Flughafens zugeschnitten ist“, ergänzt er. Ein Flughafenbetrieb ist aus vielen Gründen nicht mit einem normalen Industriebetrieb zu vergleichen: „Der Flugbetrieb ist schwankend. In der Regel herrscht morgens und abends reger Verkehr, dazwischen geht es etwas ruhiger zu. Auch das Personal muss speziell geschult sein. Eine Flugzeugabfertigung ist kein Standardprodukt: Man muss sich mit Airlines, Flugzeugtypen, Passagiertypen und so weiter auskennen“, führt der Luftverkehrsmanager aus.

Viele Prozesse sind eng getaktet, müssen reibungslos ineinandergreifen, damit der nächste Flieger den Flughafen wieder pünktlich verlassen kann. „Hier an Lösungen mit verschiedenen Akteuren zu arbeiten – das fasziniert mich“, sagt Domenic Globisch. Den Großteil seiner Zeit verbringt er am PC, plant Abfertigungsprozesse und analysiert Daten. „Aber natürlich schaue ich mir auch die Situation vor Ort an und bin immer mal wieder auf dem Flughafengelände unterwegs.“ Da sein Arbeitsplatz im Sicherheitsbereich liegt, passiert er täglich mehrfach die Sicherheitskontrollen.

Vom Segelflieger zum Luftverkehrsmanager

Dass sein Beruf einmal mit Luftverkehr zu tun haben würde, war eigentlich klar: Mit 17 Jahren begann er selbst mit dem Segelfliegen. „Das Thema Wirtschaft hat mich ebenfalls interessiert und wenn man die beiden Bereiche kombiniert, kommt man sehr schnell auf das Studium Luftverkehrsmanagement“, begründet er seine Wahl.

Es gibt nicht viele Hochschulen, die dieses Studium anbieten. Domenic Globisch hatte sich für die praxisintegrierende duale Variante entschieden und sich bei der Flughafen Stuttgart GmbH beworben. Der englischsprachige Studiengang „Aviation Management“ ist eine Kooperation mit der Hochschule Worms. „Während der Praxisphasen in den Semesterferien war ich von Beginn an in Projekte eingebunden und habe mich mit Analysen, Auswertungen und Optimierung von Prozessabläufen befasst“, erinnert sich Domenic Globisch. „Damals ging es zum Beispiel um die Frage, wie sich die Wartezeiten an der Gepäckausgabe verringern lassen.“ Eine gute Vorbereitung auf seine Karriere am Flughafen.

abi>> 14.01.2019

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