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Sechs-Tage-Woche mit Meerblick

Treibholz am Strand in Neuseeland
Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen: Reiseleiterin Alexandra Schneider sorgt dafür, dass Urlauber sich wohlfühlen.
Foto: Claudia Costanza

Reiseleiterin

Sechs-Tage-Woche mit Meerblick

Damit die Urlaubsgäste möglichst schnell Sonne und Strand auf Teneriffa genießen können, kümmert sich Reiseleiterin Alexandra Schneider beim Veranstalter Alltours um den Transfer vom Flughafen zum Hotel. Außerdem vermittelt die 24-Jährige Ausflüge und ist erste Ansprechpartnerin für … so ziemlich alles!

Wenn Alexandra Schneider mit ihrem Willkommensschild morgens am Flughafen steht, sind ihre Gäste schon seit vielen Stunden auf den Beinen. „Viele möchten den ersten Flieger in den Urlaub erwischen. Die einen sind dann einfach nur glücklich, dass ihr Urlaub beginnt, andere brauchen noch etwas, um in den Urlaubsmodus zu schalten“, sagt die 24-Jährige.

Es ist ihre zweite Saison als Reiseleiterin bei Alltours: Sie organisiert den Transfer der Gäste zu den verschiedenen Hotels, hält Begrüßungstreffen für „die Neuen“ ab, bei denen sie Wissenswertes über die Insel erzählt, und gibt Tipps für Ausflüge. Was für die Gäste die schönste Jahreszeit bedeutet, ist für Alexandra Schneider mit einem strammen Terminkalender verbunden: Aktuell betreut sie um die 15 Hotels, darunter auch kleinere Anlagen. „Wie viele Häuser man betreut, hängt vom Einsatzgebiet ab. Mein Dienstplan richtet sich dann nach den Ankunftszeiten der Gäste“, erzählt sie.

Vom Arzt bis zum Schuster - Alexandra Schneider kümmert sich

Ein Porträt-Foto von Alexandra Schneider

Alexandra Schneider

Foto: privat

In der sogenannten Servicezeit können die Gäste auf sie zukommen: „Ich gebe Ausflugstipps, verkaufe Tickets, bin Ansprechpartnerin und helfe bei allen möglichen Fragen weiter, etwa wenn jemand einen Arzt braucht oder einen Schuster sucht.“ Büroarbeiten, etwa die Nachbereitung des Tages, erledigt sie zwischendurch. Sie hat einen deutschen Arbeitsvertrag, ist in der Woche sechs Tage im Einsatz und hat einen Tag dienstfrei. Den verbringt sie meist an ruhigen Stränden, um runterzukommen. „Vor allem im Norden der Insel gibt es wunderschöne Orte, die nicht so überlaufen sind“, erklärt die junge Reiseleiterin.

Gemeinsam mit einer Kollegin bewohnt sie eine Wohnung. Jede hat ihr eigenes Zimmer, mitten in Playa de las Américas, einem Ferienmekka an der Südwestküste Teneriffas. Von hier aus fährt die 24-Jährige mit dem Auto zu den Hotels: „Die Insel ist wunderschön, aber leider gibt es auch viel Verkehr.“ Einen Führerschein und mindestens zwei Jahre Fahrpraxis sind daher die Voraussetzungen für ihre Arbeit.

Gefragt sind Offenheit und Toleranz

Das Leben in der WG, die Teamarbeit mit anderen Reiseleitern, aber auch der Kontakt mit den Gästen erfordern Offenheit und Toleranz: „Man muss einfach mit ganz unterschiedlichen Typen umgehen können“, betont Alexandra Schneider.

Teneriffa ist ihre zweite Station. Angefangen hat sie auf Fuerteventura: „Ich wollte immer im Ausland arbeiten und dachte, Reiseleitung sei ein guter Einstieg“, erzählt sie. Auf Mallorca absolvierte sie ein Einsteigerseminar, in dem sie auf die Tätigkeit vorbereitet wurde. Rollenspiele und Beschwerdemanagement wurden trainiert. Außerdem erfuhr sie, wie man Begrüßungstreffen organisiert und welcher Ausflug zu welchem Gast passt. „Auch heute noch besuche ich regelmäßig Seminare und Treffen mit anderen Reiseleitern, auf denen wir uns austauschen.“

Am Anfang wollte sie den Job eine Saison lang ausprobieren: „Mir hat das dann so viel Spaß gemacht, dass ich geblieben bin. Für mich ist es eine gute Gelegenheit, die Welt zu erkunden.“

Auch ein Job für Quereinsteiger

Zuvor hatte Alexandra Schneider an der Hochschule Rhein-Waal studiert. Während des Studiums „Nachhaltiger Tourismus“ hat sie unter anderem bei einem Reiseveranstalter im Reklamationsmanagement gearbeitet: „Hier vor Ort zu arbeiten, ist aber etwas ganz anderes. Ich bekomme sehr viele positive Rückmeldungen von unseren Gästen, weil ich ihnen bei Fragen und Problemen helfen kann.“

Das Studium war keine Grundvoraussetzung für ihre Stelle als Reiseleiterin: „Hier arbeiten auch Quereinsteiger, die raus aus ihrem typischen Bürojob und mal was anderes machen wollten.“ Allerdings hilft ihr ihre fachliche Kompetenz in vielen Situationen weiter. Was sie nie gedacht hätte: In schwierigen Situationen hilft auch die Dienstuniform dabei, für einen respektvollen Umgang zu sorgen.

abi>> 08.01.2019

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