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Der Ton macht die Musik

Audiomischpult
Mit modernster Technik und feinem Gehör erschaffen Tonmeisterinnen und -meister aus ganz unterschiedlichen Sounds und Musik faszinierende Hörerlebnisse.
Foto: Karsten Socher

Music Designerin

Der Ton macht die Musik

Filmsounds statt Querflöte: Stefanie Steinbichl (35) hat als Tonmeisterin ihren Platz im Sound Design gefunden. Nach Bachelor und Master arbeitet sie heute in einem Tonstudio in Berlin – dabei begann alles mit einem Kassettenrekorder.

Von Tönen und Klängen angezogen fühlte sich die 35-Jährige schon als Kind. „In der Grundschule habe ich mit Freunden Sprachaufnahmen mit einem Spielzeugmikrofon gemacht – meistens haben wir Radioprogramme imitiert oder uns Geschichten ausgedacht.“ Daneben führte sie die musikalische Früherziehung zu klassischen Instrumenten wie Querflöte und Klavier. „Ein Musikstudium kam für mich trotzdem nicht in Frage – das intensive Üben hätte mir vielleicht die Freude daran genommen. Aber irgendetwas mit Musik oder Ton sollte es schon sein“, erinnert sich Stefanie Steinbichl.

Vom Studium zum Job

So kam sie nach einem Vorbereitungspraktikum beim Radio zum Bachelorstudiengang Populäre Musik und Medien der Universität Paderborn. „Das hat meinen Blick auf die musikalische Vielfalt definitiv nochmal geschärft und mir das wissenschaftliche Arbeiten näher gebracht.“ Wirklich konkret wurde es dann für Stefanie Steinbichl im Masterstudiengang Elektronische Medien an der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM). „Die Ausrichtung dort war sehr praxisorientiert. Es gab zum Beispiel ein Film- und zwei Tonstudios. Besonders eine Vorlesung zum Thema Sound Design hat mich motiviert, mich voll auf den Filmton zu konzentrieren.“

Portrait Stefanie Steinbichl

Stefanie Steinbichl

Foto: Nadine Renneisen

Im Masterstudium begleitete sie Projekte vom Dreh bis zur Postproduktion, also der Nachbereitung durch zum Beispiel Tonschnitt, Sound Design und Filmmusik. Da lag der Schritt zu ihrer jetzigen Tätigkeit als Tonmeisterin nach dem Abschluss natürlich nahe – wobei der Bewerbungsprozess seine Tücken hatte. „Ich versuchte es über mehrere Monate bei Tonstudios und Postproduktionsfirmen, und das initiativ, da Stellenanzeigen rar gesät sind“, erinnert sich die 35-Jährige. Trotz ihres sehr guten Notenschnitts und der praktischen Erfahrungen klappte es mit einer Anstellung erst nach mehreren Anläufen. Dafür ist Stefanie Steinbichl bei ihrem jetzigen Arbeitgeber, dem Berliner Tonstudio „MarxAudio“, umso glücklicher. „Das Arbeitsklima im kleinen Team ist super.“

Sound für TV und Kino

Im Bereich Film und Fernsehen spielt die sogenannte Audiopostproduktion eine große Rolle. „Für TV-Formate wie Dokus und Doku-Soaps oder Reportagen beinhaltet dies alle Schritte der Tonbearbeitung: Von der Durchführung und Betreuung der Sprachaufnahmen über das Editieren und Restaurieren des Originaltons, also das Entfernen von Störgeräuschen wie Quietschen oder Schmatzen, bis hin zum Anpassen von Soundeffekten und der finalen Mischung. Am Ende werden die vielen einzelnen Tonspuren dann zu einem ausgewogenen Gesamtklang zusammengeführt“, erklärt Stefanie Steinbichl.

Auch für die Bearbeitung von Kinofilmen ist die Expertin mitverantwortlich. „Das ist nochmal umfassender als bei normalen TV-Produktionen. Hier ist meine Kreativität besonders gefragt, da ich beim Sound Design auch eigenständig auditive Ebenen wie zum Beispiel Geräuschteppiche, Effekte oder musikalische Elemente komponiere und passend zum Bild platziere.“

Realistische Einschätzung

Die beruflichen Bedingungen in ihrem Arbeitsbereich sieht sie realistisch: „Den hohen Konkurrenzdruck und die Notwendigkeit von Kontakten habe ich zwar nur bedingt zu spüren bekommen, kenne es aber von vielen Kolleginnen und Kollegen. Eine unbefristete Festanstellung ist sicher eher die Ausnahme im Audiobereich. Als Freiberufler kann man natürlich die Projekte eigenständig zusammenstellen und sich die Zeit anders einteilen, aber das ist eher eine Typfrage.“

Für den Kulturbetrieb allgemein sieht Stefanie Steinbichl noch Potenzial, was die Wertschätzung ihres Berufszweigs angeht. „Das schlägt sich unter anderem in der Bezahlung und in teilweise unrealistischen Abgabeterminen nieder. Denn als Tonschaffende ist man bei steigendem Qualitätsanspruch immer das letzte Glied in der Kette der Produktion.“

abi>> 16.05.2019

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