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Geschichte trifft IT

Eine Museologin arbeitet an einem Computer
Auch ehrwürdige, jahrhundertealte Museumsbestände werden in eine digitale Datenbank eingepflegt.
Foto: Julia Hendrysiak

Museologe

Geschichte trifft IT

Als Museologe kümmert sich Alexander Woßeng (31) um die Erschließung und Verwaltung der Bestände des Landesmuseums Koblenz. Dabei läuft jede Menge digital ab.

Der Arbeitsplatz von Alexander Woßeng dürfte wohl der Traum vieler Museologen und Historiker sein: Auf der Festung Ehrenbreitstein, am Rand des Westerwalds gelegen, betreut der 31-Jährige einen Teil des kulturellen Erbes Rheinland-Pfalz. Das technische Landesmuseum Koblenz, in dem er seit fünf Jahren als Museologe arbeitet, beherbergt verschiedene Objekte aus der Wirtschafts- und Technikgeschichte – von der Nähmaschine bis zum Horch-Automobil.

Alexander Woßeng ist für die Erschließung und Inventarisierung der Museumsbestände zuständig. Und wenn ein anderes Museum ein Objekt des Landesmuseums ausleihen will oder umgekehrt, kümmert er sich um die Abwicklung. Auch an der Koordinierung und Betreuung von Ausstellungen ist er beteiligt, wozu die Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen des Museums, zum Beispiel mit der Museumspädagogik oder der Technik, gehört. „Das macht die Arbeit sehr abwechslungsreich. Spannend finde ich auch, dass ich mich durch neue Ausstellungen und Projekte immer wieder in neue Themen vertiefen kann.“

Museum im Netz

Ein Porträt-Foto von Alexander Woßeng

Alexander Woßeng

Foto: U. Pfeuffer

Die Digitalisierung macht auch vor den ehrwürdigen, jahrhundertealten Mauern der Festung nicht halt. Gerade führt das Landesmuseum ein neues Museumsmanagementsystem ein, in dem alle Bestände digital erfasst werden sollen. „Es gibt zwar bereits ein System, das umfasst aber nicht alle Objekte. Deshalb ist eine komplette Reinventarisierung notwendig. Jedes einzelne Objekt wird mit einem Foto und einer Beschreibung dokumentiert. Dazu gehören Informationen wie Hersteller, Maße oder Material.“ Die Digitalisierung des gesamten Bestands soll sowohl die Suche und Recherche nach Objekten als auch den Leihverkehr vereinfachen. „Später soll die Datenbank im Netz nicht nur anderen Museumseinrichtungen, sondern auch allen Bürgern zur Verfügung stehen“, erklärt Alexander Woßeng.

Auch in den Ausstellungen, die das Museum zeigt, steckt jede Menge Technik. „In unserer aktuellen Ausstellung zu Friedrich Wilhelm Raiffeisen, einem der Begründer der modernen Genossenschaftsidee, gibt es verschiedene digitale Mitmach-Elemente. Zum Beispiel ein digitales Gästebuch, in das sich Besucher eintragen können. Technisch basiert es auf einer Datenbank, um deren Pflege ich mich kümmere.“

Umzug für den Job

Wie Datenbanken funktionieren, damit hat sich der 31-Jährige schon in seinem Museologie-Studium an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig beschäftigt. Neben dem Aufbau und der Konservierung von Sammlungen liegt ein Schwerpunkt des Studiengangs auf der technischen Dokumentation und Verwaltung von Museumsobjekten. „In vielen Praxisprojekten und meinem Praxissemester habe ich einen guten Einblick in den Arbeitsalltag eines Museologen bekommen.“

Nach seinem Bachelorabschluss arbeitete er zunächst im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig, wo er im Rahmen des Praxissemesters bereits ein fünfmonatiges Praktikum absolviert hatte. Als der befristete Arbeitsvertrag endete, bewarb sich der gebürtige Leipziger auf ausgeschriebene Museologenstellen in ganz Deutschland. „Mir war klar, dass ich bereit sein muss, für den Job umzuziehen, denn die Anzahl der Stellen im Kultursektor ist begrenzt.“ Als Mitglied in der Fachgruppe Dokumentation im deutschen Museumsbund tauscht sich der Museologe regelmäßig mit Kollegen aus anderen Häusern aus: „Auch hier ist das Topthema die Digitalisierung und welche neuen Möglichkeiten sich dadurch bei der Erschließung und Aufbereitung von historischen Objekten ergeben.“

abi>> 09.10.2018

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