Licht aus – Spot an!

Eine junge Frau spricht Nachrichten in ein Radiomikrofon.
"Irgendwas mit Medien machen" ist der Wunsch von vielen Abiturienten. Beim Hörfunk arbeiten ist eine der zahlreichen Möglichkeiten.
Foto: Martin Rehm

Berufe in Funk und Fernsehen

Licht aus – Spot an!

Die beliebte Morning Show im Radio auf dem Weg zur Schule oder die Fernseh-Talkshow am Abend auf der Couch: Funk und Fernsehen sind in unserem täglichen Leben stets präsent. Kaum verwunderlich, dass die Medienbranche auf viele junge Menschen eine ganz besondere Faszination ausübt. Doch was erwartet sie dort? abi>> stellt exemplarisch die beruflichen Möglichkeiten in der Funk- und Fernsehbranche vor.

Auch Louisa Eicker wurde früh in den medialen Bann gezogen. „Irgendwas mit Medien sollte es werden“, erklärt die 23-Jährige und fügt an: „Ursprünglich wollte ich allerdings gar nicht zum Radio, sondern erst einmal studieren. Doch durch eine Orientierungsphase im Anschluss an das Abitur und mehreren Praktika beim Hörfunk hat mich das Radiofieber gepackt.“ Nach ihrem Volontariat beim Nürnberger Lokalsender Hitradio N1 ist sie dort mittlerweile als Moderatorin und Redakteurin fester Bestandteil des Teams.

„Anderen Menschen gute Laune bereiten“

Ein Porträt-Foto von Louisa Eicker

Louisa Eicker

Foto: privat

Während ihrer zweijährigen Ausbildung durchlief Louisa Eicker verschiedene interne Coaching-Programme. „Alle vier bis sechs Wochen bekamen wir ein Sprechtraining und mussten Tonproben von uns abliefern. Darüber hinaus nahmen wir an Seminaren etwa zu Medienrecht, Werbung, Präsentation und Social Media teil und durften in die verschiedenen Abteilungen des Funkhauses hineinschnuppern.“ Bereits frühzeitig konnte die damalige Volontärin zudem mit ihren eigenen Themen auf Sendung gehen, zuerst mit vorproduzierten und abgenommenen Beiträgen, wenig später dann auch live. Für Louisa Eicker erfüllte sich damit ein Traum, denn für sie stand schon früh fest: „Ich will moderieren.“

Inzwischen hat sie ihre eigene Sendung und ist von Montag bis Freitag jeden Tag fünf Stunden live on air. Was sie daran besonders reizt? „Mir macht es Spaß, anderen Menschen gute Laune zu bereiten. Man steht allein in seinem Studio, sobald das Mikro angeht, spricht aber eigentlich mitten in einem vollen Fußballstadion“, schwärmt Louisa Eicker. Zudem ist der Alltag beim Radio so viel mehr als nur die Arbeit im Studio. „Kein Tag ist wie der andere und Kreativität ist immer gefragt.“ Ihren ursprünglichen Wunsch zu studieren hat die 23-Jährige aber noch nicht komplett aufgegeben. Sicher ist nur, dass sie beim Radio bleiben und sich dort Stück für Stück weiterentwickeln will. „Ich habe meinen Traumberuf gefunden und möchte ihn auch nicht mehr tauschen.“

Vielseitige Ausbildungswege

Ein Porträt-Foto von Cornelia Wilke

Cornelia Wilke

Foto: privat

Wer wie Louisa Eicker in Funk und Fernsehen arbeiten möchte, hat so viele Optionen, wie in kaum einer anderen Branche, weiß Berufsberaterin Cornelia Wilke von der Agentur für Arbeit Fürstenwalde. „Die Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten in der Funk- und Fernsehbranche sind so vielseitig, dass es für die meisten Abiturienten schwierig ist, den Überblick zu behalten.“ (Mehr zu den beruflichen Möglichkeiten im Bereich Funk- und Fernsehen erfährst du in der Übersicht „Arbeiten mit Bild und Ton“)

Grob lässt sich die Branche in einen technischen und einen kreativen Zweig einteilen. Einige wenige Ausbildungen ermöglichen zudem die Arbeit im kaufmännischen Bereich. Neben dem Ausbildungsberuf zum Mediengestalter Bild und Ton (Mehr zum Thema erfährst du in der Reportage „Arbeitsplatz mit großer Verantwortung"), der Aspekte aus dem kreativen und technischen Bereich vereint, sowie der Ausbildung zum Moderator, zählt beispielsweise auch der Beruf des Maskenbildners zum kreativen Bereich. Oftmals sind hier laut Cornelia Wilke allerdings Vorkenntnisse gefragt, etwa in Form einer abgeschlossenen Ausbildung zum Frisör oder Stylisten.

Wer Schauspieler, Drehbuchautor oder Regisseur werden möchte, findet an (Kunst-)Hochschulen diverse Studiengänge. (Mehr zur Arbeit eines Drehbuchautors erfährst du im Promi-Interview mit Andreas Dirr „Die eigenen Ideen verwirklichen“) In den Journalismus dagegen führen viele Wege. Der Zugang zum journalistischen Arbeitsmarkt ist laut Cornelia Wilke über fast jedes Fachstudium möglich. „Grundsätzlich sollte man sich zuerst einmal zwischen den vielen verschiedenen Studienfächern entscheiden. Eine Beschränkung auf bestimmte Fächergruppen gibt es dabei nicht.“ Hauptaugenmerk sollte hier nicht die mögliche spätere journalistische Arbeit, sondern das eigene Interesse sein. Nach dem Studium besteht die Möglichkeit, ein Volontariat anzuschließen, um das journalistische Handwerkszeig zu erlernen. Zudem ist der Zugang über ein klassisches Journalismus-Studium möglich. (Mehr dazu erfährst du in der Reportage „Geprobte Praxis als A und O“)

Die Möglichkeiten bei den technischen Ausbildungen reichen vom Mediengestalter Digital und Print bis hin zum Aufnahmeleiter – Film und Fernsehen oder Producer. „Darüber hinaus gibt es zahlreiche schulische Ausbildungen, wie etwa den Designer im Bereich Medien oder den Gestaltungstechnischen Assistenten.“ Laut Cornelia Wilke sind außerdem Spezialisierungsstudiengänge eine spannende Möglichkeit. „Durch die zunehmende Digitalisierung gibt es in dieser Sparte immer vielfältigere Studienangebote, wie etwa die Medieninformatik, die sich mit der Verknüpfung zwischen dem kreativen Bereich und benötigten technischen Lösungen befasst“, erklärt die Berufsberaterin.

Technische Berufe im Aufschwung

Auf dem Arbeitsmarkt entwickeln sich die Teilbereiche der Funk- und Fernsehbranche sehr verschieden und auch die Chancen beim Berufseinstieg gestalten sich sehr unterschiedlich, wie Claudia Suttner vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit erklärt. Gerade im kreativen Bereich wird es demnach zunehmend schwerer, eine Festanstellung zu finden, weshalb ein Großteil der in der Branche Beschäftigten nach wie vor auf freiberuflicher Basis arbeitet. „Auch Funk und Fernsehen unterliegen den Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Informationen stehen schneller und in größerem Umfang zur Verfügung. Der Umgang mit technischer Unterstützung will gelernt sein.“

In diesem Zusammenhang haben sich die eher technischen Berufe, wie beispielsweise der Mediengestalter Bild und Ton, stark verändert und an Attraktivität gewonnen. Im vergangenen Jahr wurden laut Bundesagentur für Arbeit mehr Stellen als im Vorjahr gemeldet und auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für diese Berufsgruppe stieg. So waren im Juni 2017 insgesamt 39.000 Beschäftigte gemeldet, drei Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. „Wenn man einen der begehrten Ausbildungsplätze, zum Beispiel als Mediengestalter Bild und Ton oder als Fachkraft für Veranstaltungstechnik ergattern kann, bietet der Berufseinstieg über eine duale Berufsausbildung eine solide Basis“, erklärt Claudia Suttner.

Etwas anders sieht es im kreativen Bereich aus. Zwar ist auch hier im vergangenen Jahr die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gestiegen, das Stellenangebot ist allerdings eher klein. „Für Hörfunk- und Fernsehmoderatoren etwa gibt es nur ein sehr kleines Angebot auf einem insgesamt sehr kleinen Markt“, weiß die Expertin. Der erfolgreiche Berufseinstieg, der üblicherweise über Praktika und ein Volontariat erfolgt, erfordert deshalb ein hohes Maß an Engagement, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung
www.berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchworte: Funk + Fernsehen)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit
www.kursnet-finden.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Verband Privater Medien e.V.

www.vau.net

Deutscher Journalisten-Verband

www.djv.de

 

Mediengestalter Bild und Ton

Arbeitsplatz mit großer Verantwortung

Tammo Eckhoff (26) lernt beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg den Beruf des Mediengestalters Bild und Ton. Sein Traumberuf, wie er heute sagt. Doch der Weg dorthin war steinig.

Kabel verlegen, den Übertragungswagen vorbereiten, die Kamera führen oder im Schnitt die Bilder zusammenfügen – Tammo Eckhoffs Ausbildungsberuf strotzt nur so vor abwechslungsreichen Aufgaben. „Wir werden in den verschiedensten Abteilungen eingesetzt. An einem Tag fahren wir mit dem Kamerateam zu einem Drehtermin und fangen die Bilder ein. Dann arbeiten wir im Schnitt, der Mischung oder der Regie und sind auch manchmal Teil von Außenübertragungen.“ Im vergangenen Herbst etwa war der Hamburger Szenestadtteil St. Pauli vier Tage lang sein Arbeitsplatz. Im Rahmen eines Azubiprojekts war er an der Übertragung des 13. Reeperbahn Festivals mit mehr als 600 Konzerten beteiligt.

Praxis statt Theorie

Ein Porträt-Foto von Tammo Eckhoff

Tammo Eckhoff

Foto: privat

Auch wegen solcher Einsätze bezeichnet Tammo Eckhoff seinen heutigen Beruf als seinen Traumberuf. Nach dem Abitur schlug der 26-Jährige allerdings zunächst einen ganz anderen Weg ein und begann ein Studium der Politikwissenschaften in Hamburg. Zur finanziellen Absicherung suchte er sich einen Nebenjob und fand diesen beim NDR. „Da mir das Studium nicht wie erwartet zusagte, konzentrierte ich mich immer mehr auf die Arbeit beim NDR, wo ich hauptsächlich in der Regie eingesetzt wurde. Mit der Zeit entwickelte ich eine richtige Leidenschaft für diese Tätigkeit und verbrachte mehr und mehr Zeit im Sender“, erinnert sich Tammo Eckhoff. Die logische Konsequenz? Er entschied sich gegen das Studium und bewarb sich stattdessen für die Ausbildung beim NDR, deren Inhalte er bereits im Zuge seiner Arbeit beim norddeutschen Sender kennengelernt hatte.

Mischung aus Technik und Kreativität

Für seine Ausbildung braucht der 26-Jährige ein grundlegendes technisches Verständnis und sollte mathematisch und gestalterisch begabt sein. Teamfähigkeit und Kommunikationstalent sind zudem unabdingbar. „Man muss anpacken können, aber gleichzeitig auch kreativ sein“, erklärt Tammo Eckhoff.

Etwa alle zwei Monate besucht der Azubi im Blockunterricht die Berufsschule, wo ergänzend zur Praxis im Unternehmen theoretische Grundlagen vermittelt werden. Im Anschluss an seine Ausbildung möchte er sich spezialisieren und langfristig im Bereich Bildschnitt arbeiten und Bildmischer werden. „In dieser Abteilung laufen in der Regie alle Fäden zusammen. Hier werden die Kamerabilder geschnitten und in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Regisseur schließlich gesendet.“

Dass er nach seiner Ausbildung vom NDR übernommen wird, ist laut dem 26-Jährigen sehr wahrscheinlich, lediglich der spätere Einsatzbereich ist noch offen. Sollte es mit der favorisierten Abteilung nicht von Anfang an klappen, ist das laut Tammo Eckhoff aber kein Beinbruch. Immerhin der Schritt ins Fernsehen ist dann ja schon mal geschafft.

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

 

Mediengestalter Bild und Ton – Tagesablauf

So kann ein Arbeitstag aussehen

Tammo Eckhoff lernt beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) den Beruf des Mediengestalters Bild und Ton. Für abi>> beschreibt er, wie ein exemplarischer Ausbildungstag im Schnitt, seinem favorisierten Einsatzbereich, aussieht.

9 Uhr

Tammo Eckhoff kommt an seinem Arbeitsplatz an. Er richtet sich seinen Schnittplatz ein und schaltet Computer, Monitore sowie das Tonsystem, die sogenannte Abhöre, ein. Nach einem kurzen Blick in die Disposition weiß er, welche Beiträge er heute schneiden soll.

9:15 Uhr

Mithilfe einer speziellen Beitrags-ID sucht sich der Auszubildende das zum Schnitt benötigte Rohmaterial aus dem Dateisystem zusammen und lädt es anschließend ins Schnittprogramm.

9:30 Uhr

Nach einem kurzen Planungsgespräch mit dem zuständigen Redakteur sichtet Tammo Eckhoff das Rohmaterial. Was ist brauchbar, was eher nicht? Zudem versieht er die O-Töne aus den Interviewsequenzen mit Markern, um diese später schneller wiederzufinden.

9:45 Uhr

Nach der Vorarbeit beginnt der eigentliche Schnitt. Gemeinsam mit dem zuständigen Redakteur sucht Tammo Eckhoff die Bilder zusammen und fügt sie passend aneinander. Sein Kollege kümmert sich zeitgleich bereits um den Sprechertext. Sobald eine Sequenz fertig geschnitten ist, legen sie Bild und Text übereinander und passen beides gegebenenfalls aneinander an.

11 Uhr

Der Auszubildende fügt noch verschiedene Überblendungen ein, um die Schnittübergänge zu verschönern. Außerdem verbessert er mit Bearbeitungseffekten die Tonqualität der Aufnahmen und passt Pegel und Atmosphäre an.

12 Uhr

Der Beitrag ist fertig und muss vom zuständigen Redakteur abgenommen werden. Wie schon in den vorangegangenen Schritten, wird nochmals die Passgenauigkeit von Bild und Sprechertext geprüft. Falls noch bildliche Änderungen erforderlich sind, kümmert sich Tammo Eckhoff darum. Anschließend exportiert er den Beitrag und leitet ihn an die Mischung weiter. Dort wird der Sprechertext dann final eingesprochen und der Ton nochmals überarbeitet.

12:30 Uhr

Tammo Eckhoff tauscht sich in seiner Mittagspause mit den Kollegen über die anstehenden Projekte aus.

13 Uhr

Für den Nachmittag hat der Auszubildende weiteres Rohmaterial für einen Beitrag geliefert bekommen. Da auch dieser am Abend über die Bildschirme flimmern soll, muss er noch heute fertig geschnitten werden.

13:15 Uhr

Tammo Eckhoff macht sich zusammen mit einem Redakteur an die Arbeit. Die Arbeitsschritte unterscheiden sich von Beitrag zu Beitrag nur geringfügig.

17 Uhr

Feierabend! Alle Beiträge sind abgenommen. Während seine Kollegen im Studio schon fleißig die Einstellungen für die Aufzeichnung der Sendung proben, verlässt Tammo Eckhoff den Sender.

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Ressortjournalismus

Geprobte Praxis als A und O

Isabella Fischer (24) studiert im siebten Semester Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Ihr praktisches Studiensemester absolvierte sie unter anderem beim ZDF in Berlin und erhielt so frühzeitig einen konkreten Einblick in ihren späteren Beruf.

Wenn Isabella Fischer an ihre Kindheit zurückdenkt, erkennt sie schon früh ihre journalistischen Wurzeln. „Als ich fünf Jahre alt war, habe ich mir das Lesen und Schreiben selbst beigebracht und eigene Zeitungen gemalt und geschrieben. Meine Mutter meinte, dass es früh abzusehen war, dass ich Journalistin werden möchte. Auch wenn ich den Beruf damals noch gar nicht kannte.“

Nach dem Abitur und einer kurzen Auszeit im Ausland entschied sich die heute 24-Jährige daher für ein Studium der Theater-, Medien und Politikwissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen. „Für eine Journalistenschule fühlte ich mich persönlich immer zu schlecht. Dennoch merkte ich bald, dass der eingeschlagene Studienweg nicht zu mir passt“, erinnert sich die Studentin. Über eine Bekannte erfuhr sie vom Studiengang Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach, für den sie sich schließlich erfolgreich bewarb.

Grundlagen aus verschiedenen Bereichen

Ein Porträt-Foto von Isabella Fischer

Isabella Fischer

Foto: privat

In den ersten drei Semestern erlernen die angehenden Journalisten die Grundlagen in den verschiedenen Medienbereichen. „Wir hatten Vorlesungen in Fächern wie TV-Journalismus, Hörfunk, Online und Print sowie Medien- und Wirkungsforschung. In dieser Phase kristallisiert sich heraus, ob das Feld das richtige für einen ist.“ Im Anschluss erfolgt die Spezialisierung auf einen der fünf möglichen Themenschwerpunkte. Isabella Fischer entschied sich für das Sportressort. „Früher hatte ich immer den Traum, Stadionsprecherin beim 1. FC Nürnberg zu werden. Das war wohl der erste Impuls dafür, dass es irgendwann in diese Richtung gehen wird“, erzählt die Nachwuchsreporterin.

Nachdem die Studierenden im Schwerpunktstudium schließlich das Wissen in den spezifischen Themengebieten vertiefen, folgt im fünften Semester ein fest integriertes praktisches Studiensemester. Drei Monate lang arbeitete Isabella Fischer beim ZDF in Berlin, erst im Landesstudio, später dann beim Morgenmagazin. „Die Zeit war durch die vielen Nachtschichten zwar sehr anstrengend, zugleich aber auch lehrreich und hat mir großen Spaß gemacht.“ Da ihr Praktikum während des Bundestagswahlkampfs stattfand, durfte sie oft auch alleine auf die Straße gehen und kleine Interviewsequenzen drehen. „Wenn die Sendung dann um 9 Uhr erfolgreich beendet ist und dein Name im Abspann läuft, ist das ein tolles Gefühl, auch wenn man nur ein kleines Rädchen der großen Maschinerie war.“

Nach einer kurzen Schnupperzeit beim NDR in Hannover, verbrachte sie den zweiten Teil ihres sechsmonatigen Praktikums bei ZDF digital in Mainz, der hauseigenen Produktionsfirma des ZDF. Dort arbeitete sie in der Social-Media-Redaktion von Arte und durfte während der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang auch die Kollegen vom ZDF Sport in der Social Media Arbeit unterstützen.

Praktische Erfahrungen als Türöffner

Inzwischen ist Isabella Fischer im siebten Semester und wird bald mit ihrer Bachelorarbeit beginnen. Wenn sie auf ihre Studienzeit zurückblickt, erinnert sie sich vor allem an die vielen praktischen Studienleistungen und spannenden Exkursionen. Zudem ermöglichten es vielfältige Kooperationen der Hochschule, regional in Erscheinung zu treten, etwa auf dem Online-Portal der Nürnberger Nachrichten. Genau diese Erfahrungen brauche man ihrer Meinung nach, um erfolgreich in der Branche zu arbeiten. Ihr Tipp deshalb: Praktika und viel Durchhaltevermögen.

Für ihren eigenen Berufseinstieg wünscht sich Isabella Fischer einen Job zu finden, für den sie jeden Tag gern aufsteht. „Das ist wichtiger als eine gute Bezahlung“, meint sie und fügt an: „Sicherheit im Job wird in der Journalismus-Branche schwer genug. Daher versteife ich mich auch nicht auf den Sportbereich.“ Sollte es dennoch klappen, wäre ihr größter Wunsch, für die öffentlich-rechtlichen Sender von verschiedenen Wintersportevents zu berichten. Anfangs sei es aber erstmal wichtig, in der Branche Fuß zu fassen. Der Rest ergebe sich dann meist von alleine.

 

Andreas Dirr

„Die eigenen Ideen verwirklichen“

Sie sind die Stars im Hintergrund, der Ursprung der Geschichte. Wenn wir Filme sehen, tauchen wir ab in die Gedankenwelt der Autoren. Andreas Dirr ist einer von ihnen. Der 42-Jährige arbeitet als freiberuflicher Drehbuchautor in Berlin.

abi>> Herr Dirr, wie kommt man auf die Idee, Drehbuchautor zu werden?

Andreas Dirr: Während der Schulzeit wollte ich unbedingt Regisseur werden und habe nach verschiedenen Praktika und kleineren Nebenjobs beim Film ein Studium der Theater- und Medienwissenschaften, Psychologie und Geschichte begonnen. Bereits da habe ich in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk als Regisseur meinen ersten eigenen Kurzfilm gedreht, habe aber direkt gemerkt, dass die Arbeit am Set nicht meine Welt ist. Dadurch bin ich zum Dokumentarfilm gekommen und habe nebenher angefangen, Stoffe zu entwickeln. Mir ging es nie primär ums Drehbuchschreiben, sondern vielmehr darum, meine eigenen Ideen aufzuschreiben und dokumentarisch oder auch fiktional zu verwirklichen.

abi>> Wie verlief Ihr Berufseinstieg nach dem Studium?

Ein Porträt-Foto von Andreas Dirr

Andreas Dirr

Foto: privat

Andreas Dirr: Parallel zum Studium habe ich immer wieder Stoffe und Projekte verschiedenen Produktionsfirmen angeboten und dadurch die verschiedensten Leute kennengelernt und Kontakte geknüpft. Später besuchte ich die Drehbuchwerkstatt München, eine Masterclass der Hochschule für Film und Fernsehen München, des Bayerischen Rundfunks und der Bayerischen Staatskanzlei. Hier merkte ich dann, wie sehr es sich auszahlt, bereits Kenntnisse über die Branche zu haben und die Mechanismen zu kennen. Viele Kontakte, die einen damals noch für zu jung und unerfahren hielten, erinnerten sich an meine Arbeit und kamen auf mich zurück.

abi>> Für welche Produktionen haben Sie schon gearbeitet?

Andreas Dirr: Vorwiegend arbeite ich für Serien im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, etwa „Notruf Hafenkante“, „Großstadtrevier“ oder „SOKO Wismar“. Außerdem habe ich auch Primetime-Verfilmungen, wie „Mordkommission Istanbul“, oder verschiedene ZDF-Montagskrimis geschrieben. Zudem laufen nebenbei natürlich auch immer Projekte, die mir persönlich besonders am Herzen liegen und in die ich dann zwangsläufig viel mehr Arbeit investiere. Eines meiner Lieblingsprojekte war die ZDFneo-Serie „Bruder – Schwarze Macht“, die mit Sibel Kekilli und Bjarne Mädel verfilmt wurde. Aktuell entwickle ich eine neue ARD-Vorabendserie, die vermutlich ab 2020 ausgestrahlt wird, sowie eine Serie für Amazon Prime.

abi>> Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?

Andreas Dirr: Grundsätzlich versuche ich, den klassischen Arbeitstag einzuhalten und fahre jeden Morgen ins Büro. Mir ist es sehr wichtig, dass mein Arbeitsplatz von meiner Wohnung getrennt ist. Die meiste Zeit verbringe ich am Schreibtisch und schreibe an meinen Drehbüchern. Natürlich geht aber auch viel Zeit mit Recherche und Drehbesprechungen drauf. Außerdem muss ich mich auch immer darum kümmern, neue Projekte an Land zu ziehen. Grundsätzlich habe ich durch die Freiberuflichkeit viel Freiheit; die richtig zu organisieren und seine Abgabetermine einzuhalten, muss einem aber liegen.

abi>> Was mögen Sie an Ihrem Beruf besonders gerne, und gibt es etwas, das Sie weniger schätzen?

Andreas Dirr: Das Positive ist sicherlich, dass man sich mit jedem neuen Buch in eine neue Welt einarbeiten kann. Man recherchiert und kommt viel mit Leuten in Kontakt. Dadurch lernt man ganz verschiedene Milieus kennen. Anschließend schreibt man ein Drehbuch und schließt damit eine Geschichte für sich in seiner subjektiven Betrachtung rund ab. Später muss man akzeptieren, dass ein Regisseur einen anderen Blickwinkel darauf hat, oder dass ein Produzent auch die Finanzierbarkeit im Auge behält. Dann muss man Kompromisse eingehen. Normalerweise bleibt man als Autor immer bis zur Drehfassung dabei. Dennoch kann es passieren, dass beim Dreh Szenen und Figuren massiv verändert werden, ohne, dass man darüber informiert wird. Das ist oftmals nicht so toll.

abi>> Wie wichtig ist es, in Ihrem Beruf ein Studium oder eine Ausbildung absolviert zu haben?

Andreas Dirr: Ich kenne keinen Autorenkollegen, der nicht studiert hat. Ich glaube, das ist allein deshalb sehr wichtig, weil man im Studium lernt, sich allumfassend in ein Thema einzuarbeiten. Jede Seminararbeit lässt sich mit der Recherche und anschließenden Ausarbeitung mit dem Anfertigen eines Drehbuchs vergleichen. Und ganz wichtig ist: man schreibt! Das Thema ist da dann erstmal zweitrangig. Um einen konkreten Studiengang zu nennen: Natürlich gibt es die Filmhochschulen, die den Studiengang Drehbuch anbieten. In der Praxis macht es meiner Meinung nach aber wenig Unterschied, ob man diesen Weg geht oder einen anderen Studiengang absolviert.

abi>> Welche Fähigkeiten sollte man für den Beruf mitbringen?

Andreas Dirr: Man braucht viel Geduld und eine gewisse Frustrationstoleranz. Zudem muss man loslassen können, was wahrscheinlich das Schwierigste ist. Man muss seine Geschichte zur Umsetzung in fremde Hände geben und das Ergebnis respektieren.

abi>> Was raten Sie jungen Menschen, die Drehbuchautor werden möchten?

Andreas Dirr: Ich persönlich würde jedem raten, so viel zu schreiben, wie er nur kann, und sich dabei für nichts zu schade zu sein. Das ist das essentielle Handwerk. Daily-Formate etwa haben vielleicht nicht den großen Namen, bringen einem für die eigene Entwicklung aber unheimlich viel.

 

Berufe in Funk und Fernsehen - Übersicht

Arbeiten mit Bild und Ton

Funk und Fernsehen ist nur ein kleiner Teil der riesigen Medienbranche. Dennoch sind auch hier die Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten enorm. Informiere dich in der abi» Übersicht über die verschiedenen Berufe.

Aufnahmeleiter/in – Film und Fernsehen

Aufgaben: Organisation und Leitung von Studio- und Außenproduktionen für Film und Fernsehen unter Beachtung von zeitlichen, örtlichen, dramaturgischen und finanziellen Aspekten

Zugang: Über Weiterbildung

Mögliche Arbeitgeber: Unternehmen der Filmwirtschaft, z.B. Fernsehproduktions-gesellschaften

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Designer/in – Medien

Aufgaben: Gestalten und Bearbeiten von Text-, Grafik- und Audiodaten für Print- oder multimediale Produkte

Zugang: über (duale) Ausbildung

Mögliche Arbeitgeber: Werbe- und Medienagenturen, Grafikbüros, Verlage, Unternehmen der IT-Branche, Filmwirtschaft

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Dramaturg/in

Aufgaben: Bearbeiten von Theaterliteratur und Drehbüchern, Auswahl/Vorlage geeigneter Stoffe, Erarbeitung von Theaterspielplänen oder Rundfunkprogrammen

Zugang: über (duale) Ausbildung

Mögliche Arbeitgeber: Theater, Opernhäuser, Kleinkunstbühnen, Hörfunk- und Fernsehsender, Filmproduktionsgesellschaften, Theater- und Buchverlage, Hochschulen

Mehr zum Berufsbild „Dramaturg/in“ auf BERUFENET>>

Gestaltungstechnische(r) Assistent/in

Aufgaben: Entwickeln und Realisieren des grafisch-künstlerischen Erscheinungsbilds von Produkten mit Grafik, Medien/Kommunikation oder Screen-Design

Zugang: über (duale) Ausbildung

Mögliche Arbeitgeber: Werbeagenturen, Verlage, Druckereien und Betriebe der Druck- und Medienvorstufe, Rundfunkveranstalter, Softwarefirmen

Mehr zum Berufsbild „Gestaltungstechnische(r) Assistent/in“ auf BERUFENET>>

Journalist/in

Aufgaben: Beschaffen und Auswerten von Informationen, Erstellen von schriftlichen und mündlichen Beiträgen für Hörfunk, Fernsehen, Print- und Onlinemedien, Moderation

Zugang: über (duale) Ausbildung oder Studium

Mögliche Arbeitgeber: Korrespondenz- und Nachrichtenbüros, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, Fernseh- und Radiosender, Anbieter von Onlinemedien, PR- und Multimedia-Agenturen, öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und Verbände

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Maskenbildner/in

Aufgaben: Schminken und Frisieren von Darstellern für Bühnen-, Film- oder Fernsehproduktionen, Fertigen von plastischen Gesichtsteilen und Perücken in Handarbeit sowie Gestalten von Phantasiemasken

Zugang: über (duale) Ausbildung oder Studium

Mögliche Arbeitgeber: Theater- und Opernhäuser, Fernsehanstalten, Filmstudios

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Mediengestalter/in Bild und Ton

Aufgaben: Planen und Durchführen von Medienproduktionen, Einrichten von medienspezifischen Produktionssystemen, Herstellen und Bearbeiten von Bild- und Tonaufnahmen unter Berücksichtigung von redaktionellen und gestalterischen Gesichtspunkten

Zugang: über (duale) Ausbildung

Mögliche Arbeitgeber: Unternehmen der Filmwirtschaft, Rundfunkveranstalter, Medien- und Werbeagenturen

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Medieninformatiker/in

Aufgaben: Planen und Realisieren von IT-Lösungen für die Erstellung gedruckter, elektronischer, digitaler oder interaktiver Kommunikationsmittel, Übernahme des IT-Supports für Medieninformationssysteme

Zugang: über Studium

Mögliche Arbeitgeber: EDV-Dienstleister, Software- und Datenbankanbieter, Verlage, Marketing-, Werbe- und PR-Agenturen; Filmproduktionsfirmen, Hörfunk- und Fernsehanstalten, Ingenieurbüros, Forschung und Entwicklung

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Moderator/in

Aufgaben: Leiten und Moderieren von Informations- und Unterhaltungssendungen im Fernsehen und Radio, Vorbereiten von Sendungen, Durchführen von Recherchen, Schreiben von Moderationstexten

Zugang: über (duale) Ausbildung

Mögliche Arbeitgeber: Rundfunk- und Fernsehanstalten, Fernsehproduktionsgesellschaften,

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Producer/in

Aufgaben: Organisatorische, technische und wirtschaftliche Vorbereitung und Realisierung von Produktionen im Bereich Film, Fernsehen, Hörfunk und Musik

Zugang: Über Weiterbildung

Mögliche Arbeitgeber: Unternehmen der Filmwirtschaft, Hörfunk- und Fernsehanstalten, Musik- und Tonstudios

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Redakteur/in

Aufgaben: Erarbeiten von Informationen und deren Vermittlung über Medien, Schreiben und Produzieren von Beiträgen für Zeitung, Zeitschriften, Hörfunk, Fernsehen oder digitale Medien

Zugang: über (duale) Ausbildung

Mögliche Arbeitgeber: Nachrichtenagenturen, Verlage, Fernseh- und Radiosender, Anbieter von digitalen Medien und Inhalten, Filmwirtschaft

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Regisseur/in

Aufgaben: Leitung bei der Realisierung von Film-, Video- und Fernsehproduktionen aller Art; Inszenierung von Werken des Sprech- und Musiktheaters, Führen der Regie bei Film- und Fernsehproduktionen

Zugang: über (duale) Ausbildung oder Studium

Mögliche Arbeitgeber: Film- und Fernsehproduktionsgesellschaften, Hörfunk- und Fernsehanstalten, Theater

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Schauspieler/in

Aufgaben: Verkörpern von Charakteren in Bühnenaufführungen und Filmen unter Einsatz von Gestik, Mimik, Körpersprache und Stimme als künstlerisches Ausdrucksmittel

Zugang: über (duale) Ausbildung oder Studium

Mögliche Arbeitgeber: Film, Fernsehen und Hörfunk, Sprechtheater, Musical- oder Kleinkunstbühnen, Schauspielschulen

Mehr zum Berufsbild „Schauspieler/in“ auf BERUFENET>>

Synchronsprecher/in

Aufgaben: Verleihen der eigenen Stimme an Darsteller ausländischer Film- und Fernsehproduktionen sowie Animations- und Trickfilmfiguren, Sprechen von Kommentaren und Erläuterungen

Zugang: über (duale) Ausbildung

Mögliche Arbeitgeber: Unternehmen der Filmwirtschaft, Tonstudios, Rundfunkveranstalter

Mehr zum Berufsbild „Synchronsprecher/in“ auf BERUFENET>>

Video-Journalist/in

Aufgaben: Konzipierung, Dreh und Schnitt von filmischen Beiträgen

Zugang: über (duale) Ausbildung

Mögliche Arbeitgeber: Fernsehveranstalter, Film- und Fernsehstudios, Filmproduktionsfirmen, PR- und Multimediaagenturen

Mehr zum Berufsbild „Video-Journalist/in“ auf BERUFENET>>


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Stand: 23.08.2019