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Sehr gefragte Fachkräfte

Mehrere Akten liegen in einem Archiv parat
Auch wenn Aktenberge mittlerweile der Vergangenheit angehören, ist die nun digitale Dokumentation von Fällen eine der zentralen Aufgaben von Patentanwaltsfachangestellten.
Foto: Martin Rehm

Patenanwaltsfachangestellte/r – Hintergrund

Sehr gefragte Fachkräfte

Ob Softwareprogramm, Fertigungsverfahren oder Fahrradanhänger: Wer etwas erfindet, kann seine Erfindung schützen lassen, damit ihm keiner die Idee stiehlt. Patentanwaltsfachangestellte übernehmen dabei wichtige Aufgaben bei der Vorbereitung, achten unter anderem darauf, dass Fristen eingehalten und Gebühren bezahlt werden. Ein Beruf mit guten Jobaussichten.

Um in diesem Beruf erfolgreich zu sein, sollte man Sorgfalt und Teamfähigkeit mitbringen“, sagt Detlef von Ahsen, Vorstandsmitglied der Patentanwaltskammer, Ausbildungsberater und selbst Patentanwalt. Er findet es schade, dass viele Abiturienten den Beruf nicht kennen. „Kaum jemand weiß, was ein Patentanwaltsfachangestellter eigentlich macht. Leider können daher auch viele Kanzleien und Unternehmen ihre Ausbildungsplätze nicht vollständig besetzen“, sagt er.

Ein Porträt-Foto von Detlef von Ahsen

Detlef von Ahsen

Foto: Gerald Vogel

Patentanwaltsfachangestellte, kurz oft auch als PaFa bezeichnet, melden Patente oder Marken bei Ämtern an und begleiten die Anmeldung so lange, bis das Patent erteilt bzw. die Marke eingetragen worden ist. „Sie korrespondieren selbstständig mit den beteiligten Ämtern, wie dem Deutschen Patent- und Markenamt oder dem Europäischen Patentamt sowie den Kollegenkanzleien im In- und Ausland“, fasst Detlef von Ahsen die Aufgaben zusammen. Dabei behalten sie vor allem die Fristen im Blick.

„Die Digitalisierung hat den Beruf stark verändert. Informationen werden heute fast ausschließlich elektronisch beschafft und ausgetauscht: Viele Kanzleien führen ihre Akten elektronisch, melden Schutzrechte elektronisch an und führen auch die Verfahren mit den Ämtern auf diese Weise“, ergänzt der Experte. Außerdem unterstützen sie die Patentanwälte, bei denen sie angestellt sind, etwa, wenn Patent-Rechtsstreitigkeiten vor Gericht landen.

Spaß am Umgang mit Texten erforderlich

Interessenten sollten nach Detlef von Ahsen auch Spaß am Formulieren haben: „Wer schon in der Schule immer mit langen Zähnen vor seinem Aufsatz saß, wird in diesem Beruf eher nicht glücklich.“ Da Patente oft auch auf europäischer Ebene oder sogar weltweit angemeldet werden, benötigen Patentanwaltsfachangestellte zudem gute Englischkenntnisse. „Wir erwarten von den Bewerbern natürlich nicht, dass sie Fachenglisch bereits beherrschen, aber dass sie sich nach und nach einarbeiten“, betont er.

Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, 2015 wurde die Ausbildungsordnung novelliert. „Fast alle Patentanwaltskanzleien und sehr viele Industriepatentabteilungen bilden aus“, erläutert der ehemalige Fachkundelehrer an einer Berufsschule. Allen Interessierten empfiehlt er, sich ein Dreivierteljahr vor dem geplanten Ausbildungsbeginn zu bewerben. „Wer sich den Beruf vor Ort ansehen möchte, kann das beispielsweise bei einem Ferienpraktikum tun“, rät der Experte.

Besondere Fachklassen in wenigen Städten Deutschlands

Fachklassen für angehende Patentanwaltsfachangestellte gibt es nur in München, Bremen, Düsseldorf und ab dem Schuljahr 2019/2020 auch in Stuttgart. In Berlin bieten die Patentanwaltskanzleien zudem ergänzenden Fachunterricht an, um Azubis fachspezifisch auf die Abschlussprüfung vorzubereiten. Für Azubis, die nicht in den genannten Städten wohnen, wird die Theorie oft im Blockunterricht vermittelt.

Einen ausgebildeten Patentanwaltsfachangestellten erwartet nach Einschätzung des Experten eine vielfältige und verantwortungsvolle Tätigkeit in einem internationalen Umfeld. Schon nach kurzer Zeit wird den meisten ein Sachgebiet anvertraut, das dann selbstständig und eigenverantwortlich bearbeitet wird. „In größeren Kanzleien folgt später auch eine Leitungsposition, zum Beispiel an der Spitze einer Abteilung oder als Büroleiterin“, schätzt Detlef von Ahsen die Karrieremöglichkeiten ein.

Patentanwaltsfachangestellten steht auch eine Weiterbildung zum Rechtsfachwirt offen, manche schließen alternativ auch noch ein Jurastudium an. So oder so böten viele Kanzleien aufgrund des Fachkräfteengpasses sehr attraktive Arbeitsbedingungen, merkt der Experte abschließend noch an.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de
Die Berufsfeld-Information der Bundesagentur für Arbeit. Der Wegweiser mit über 1.500 Reportagen unter anderem zu Aus- und Weiterbildung. Suche über das Stichwort „Patentanwaltsfachangestellte/r“.
berufsfeld-info.de/planet-beruf

 

BERUFENET
Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit über 3.500 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. Suche über das Stichwort „Patentanwaltsfachangestellte/r“.
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

 

Patentanwaltskammer
Körperschaft des öffentlichen Rechts. Setzt sich unter anderem für die Weiterentwicklung des Berufsstands und des gewerblichen Rechtsschutzes ein.
www.patentanwalt.de

 

RENO Bundesverband
Vereinigung der Rechtsanwalts- und Notariatsangestellten. Infos unter anderem zur Aus- und Weiterbildung.
www.renobundesverband.de

 

Deutsches Patent- und Markenamt
Bundesoberbehörde für den gewerblichen Rechtsschutz in Deutschland
www.dpma.de

 

Europäisches Patentamt
EPA – European Patent Office – unter anderem mit Infos zu Patenten, zur Patentrecherche und zu Rechtsfragen
www.epo.org

 

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
International anerkannte Einrichtung zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Hier findest du unter anderem Statistiken zu den Ausbildungsberufen, aber auch die Ausbildungsrahmenpläne. Suche über das Stichwort „Patentanwaltsfachangestellte/r“.
www.bibb.de

abi>> 27.06.2019