Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Der Blick aufs große Ganze

Eine junge Frau misst etwas in einem Brennstoffzellenfahrzeug. Foto: Helge Gerischer
Der Fahrzeugbau ist ein beliebtes Feld für Maschinenbauingenieure.
Foto: Helge Gerischer

Maschinenbauingenieurin im Fahrzeugbau

Der Blick aufs große Ganze

Komplexe Entwicklungsprojekte koordinieren, so dass am Ende ein neuer Motor erfolgreich in die Serienmontage geht – damit beschäftigt sich die Maschinenbauingenieurin Nicole Welte. Die 27-Jährige arbeitet im technischen Projektmanagement der Daimler AG im Motorenwerk in Stuttgart-Untertürkheim.

In meiner Funktion als ‚Projektkoordinatorin im Bereich Kooperationsmotoren‘ habe ich den gesamten Entwicklungsprozess für PKW-Verbrennungsmotoren im Blick. Dabei arbeite ich neben vielen Fachbereichen vor allem eng mit der Projektleitung zusammen“, erklärt Nicole Welte. „Zum Beispiel leite ich Besprechungen mit den Kollegen aus der mechanischen Absicherung oder Konstruktion. Dazu kommen persönliche Rücksprachen mit meinem Projektleiter zur Vorbereitung anstehender Termine.“

Die Fäden zusammenhalten

Ein Porträt-Foto von Nicole Welte

Nicole Welte

Foto: Daimler AG

Bei der Entwicklung eines neuen Automotors sind viele Bereiche beteiligt. „Bei mir laufen die Fäden des Projekts zusammen – beispielsweise aus der Mechanikabsicherung und der Konstruktion, aber auch aus dem Einkauf oder der Logistik“, nennt die Maschinenbauingenieurin nur einige Beispiele. „Technisches Projektmanagement heißt vor allem, für die reibungslose Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu sorgen – sowohl in persönlichen Gesprächen mit Kollegen wie auch per Videokonferenz mit externen Partnern.“ Diese Besprechungen bereitet sie sorgfältig vor und nach. Dazu nutzt sie unter anderem unternehmensinterne Datenbanken und CAD-Systeme (Computer-Aided Design = rechnerunterstütztes Konstruieren). Am Ende steht ein neu entwickelter Motor, der in die Serienmontage geht – wie zuletzt im Sommer 2018 mit der neuen A-Klasse von Mercedes-Benz.

Abwechslung mit viel Einblick

„In meiner aktuellen Funktion arbeite ich seit etwa anderthalb Jahren. Mein Team besteht aus rund 45 Kollegen – alles Maschinenbauingenieurinnen und -ingenieure. An meiner Arbeit gefällt mir besonders die Abwechslung und die täglich neuen Fragestellungen, für die wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Außerdem habe ich Einblick in die technischen Einzelheiten des gesamten Entwicklungsprozesses“, erläutert Nicole Welte.

Schon seit der Schulzeit interessiert sie sich durch die Begeisterung ihres Vaters für Autos und damit den Fahrzeugbau. Nach ihrem Abitur absolvierte sie zunächst an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart ihr Maschinenbaustudium mit dem Schwerpunkt Produktionstechnik: „Den praktischen Teil meines dualen Studiums habe ich bei Daimler in ganz unterschiedlichen Bereichen verbracht – unter anderem in der Getriebemontage und in der Fahrzeugentwicklung bei Mercedes-AMG.“ Für ihre Bachelor-Arbeit untersuchte sie das Schwingungsverhalten von Autorädern.

Ab 2016 absolvierte sie berufsbegleitend zu ihrer Arbeit bei Daimler ein Technologiemanagement -Studium an der Hochschule Augsburg, das sie 2018 mit dem Master of Engineering abschloss: „Mir war es wichtig, mein Wissensspektrum zu erweitern. Der Studienschwerpunkt Konstruktion und Entwicklung passte da gut und hat Technik mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Aspekten verknüpft.“ In ihrer Master-Arbeit befasste sie sich mit der Batteriekühlung bei Hybridfahrzeugen.

Technisches Können und Kommunikationsgeschick

Wichtig für ihre Arbeit ist einerseits fundiertes technisches Wissen: „Dazu gehört Verständnis für Verbrennungsmotoren, die Funktionen der verschiedenen Bauteile sowie die entsprechenden Fertigungs- und Montageprozesse“, erläutert Nicole Welte. „Genauso entscheidend sind aber auch eine schnelle Auffassungsgabe und Flexibilität sowie ein hohes Maß an kommunikativen Fähigkeiten. Denn meine Aufgabe besteht in erster Linie darin, alle Projektbeteiligten ins Boot zu holen, den Informationsfluss sicherzustellen und auf die Kollegen in unterschiedlichen Bereichen aktiv zuzugehen, damit ein Entwicklungsprojekt erfolgreich ist.“
Die Entscheidung für ein Maschinenbaustudium und den Automobilbereich würde sie wieder so treffen: „Spannend finde ich heute aber auch die Entwicklungen in den Bereichen Elektromobilität und automatisiertem Fahren mit neuen Schwerpunkten vor allem in der Informatik und Elektrotechnik.“

abi>> 25.02.2019