Beste Aussichten dank Digitalisierung

Server mit vielen bunten Ethernetkabeln
Fachinformatiker/innen kümmern sich unter anderem um die ca. 160.000 vernetzten Computer und die zwei Rechenzentren der Bundesagentur für Arbeit.
Foto: Thomas Starke

Fachinformatiker/in bei der Bundesagentur für Arbeit - Hintergrund

Beste Aussichten dank Digitalisierung

Angesichts einer stetig wachsenden IT-Branche haben angehende Fachinformatiker sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit ist eine der größten IT-Landschaften Deutschlands und somit ein attraktiver Arbeitgeber für Abiturienten.

Für den Ausbildungsberuf Fachinformatiker/in können Schulabgänger zwischen zwei Ausrichtungen wählen: Es gibt Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration und Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung. „Anwendungsentwickler planen, testen und realisieren kundenspezifische Softwarelösungen. Sie sind also die klassischen Softwareentwickler“, erklärt Sabrina Ackermann, IT-Fachausbilderin im IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit. „Bei den Systemintegratoren hingegen liegt der Schwerpunkt auf der Hardware und der Infrastruktur. Sie planen Projekte und arbeiten zum Beispiel im Rechenzentrum, im Bereich Office-Anwendungen oder im IT-Service.“

Theorie und Praxis

Porträt von Sabrina Ackermann, IT-Fachausbilderin im IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit

Sabrina Ackermann

Foto: Bundesagentur für Arbeit

Beide Ausbildungen dauern in der Regel drei Jahre, können aber bei guten Leistungen auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden. Die Berufsschule findet im Blockunterricht statt, die Praxiseinsätze erfolgen im IT-Systemhaus in unterschiedlichen Abteilungen. „Hinzu kommen – und das ist etwas Besonderes an der Ausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit – Workshops und Seminare, in denen die Azubis Grundkenntnisse erlernen und ihr Wissen vertiefen“, berichtet Sabrina Ackermann, die als Vollzeitausbilderin eine Gruppe von rund zehn Azubis betreut.

Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren rund 40 angehende Fachinformatiker und Fachinformatikerinnen pro Ausbildungsjahrgang eingestellt, ein Viertel davon in der Anwendungsentwicklung, drei Viertel in der Systemintegration. „Die meisten arbeiten in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Einige Azubis der Systemintegration sind in unseren 17 Infrastrukturstandorten in ganz Deutschland beschäftigt, kommen aber während der Ausbildung auch für Workshops, Seminare und einen Teil der Praxiseinsätze nach Nürnberg“, erklärt die Fachausbilderin.

Gute Chance auf eine Übernahme

Die Behörde bildet nach Bedarf aus. Das heißt: Wer dort eine Ausbildung absolviert, wird anschließend auch übernommen – und zwar unbefristet. „Natürlich kann man mit der Ausbildung auch in anderen Unternehmen arbeiten. Und wir stellen auch Fachinformatiker und Fachinformatikerinnen ein, die anderswo ihre Ausbildung gemacht haben. Die Ausbildungsinhalte sind schließlich überall gleich – nur die praktische Arbeit an den Software- und Hardware-Systemen ist naturgemäß in jedem Unternehmen anders“, weiß Sabrina Ackermann.

Man lernt nie aus

Nach der Ausbildung haben Fachinformatiker jedoch noch lange nicht ausgelernt. Es gibt zahlreiche interne Weiterbildungsmöglichkeiten, sowohl fachlich als auch zu zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit. „Azubis mit einem besonders guten Abschluss unterstützen wir zudem bei einem weiterführenden Studium“, erklärt die Ausbilderin. In eine Führungs- oder eine andere verantwortungsvolle Position kann man bei entsprechenden Leistungen aber auch ohne Studium kommen.

Weitere Informationen

berufsfeld-Info.de

Die Berufsfeld-Information der Bundesagentur für Arbeit. Der Wegweiser mit über 1.500 Reportagen unter anderem zu Aus- und Weiterbildung.
www.berufsfeld-info.de

 

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Fachinformatiker)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

 

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit mit mehr als 300 Filmen über Ausbildungs- und Studienberufe.

(Suchwort: Fachinformatiker)
www.berufe.tv

 

KURSNET

Das Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.
https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

 

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

 

AusbildungPLUS

Onlineauftritt von AusbildungPlus mit interessanten Erfahrungsberichten von Auszubildenden und einer umfangreichen Liste an Zusatzqualifikationen:
www.ausbildungplus.de

 

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Die Berufsbildung der Facharbeiter, Fachangestellten, Gesellen und Meister steht im Mittelpunkt der Forschungs- und Dienstleistungsarbeit des BIBB (Suchwort: Fachinformatiker).
www.bibb.de/de/berufeinfo.php

 

IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit
www.arbeitsagentur.de/ueber-uns/it-systemhaus

 

Gesellschaft für Informatik
Der Berufsverband für Informatiker informiert über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in der Informatik.
www.gi.de

 

Fachinformatiker - Anwendungsentwicklung

Das ABC des Programmierens

Hubert Feuchter absolviert im IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg die Ausbildung zum Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung.

Schon zu Grundschulzeiten hatte Hubert Feuchter einen eigenen Computer, am Gymnasium belegte er das Fach Informatik. Für ihn stand fest, dass er beruflich gern etwas mit Computern machen will. Nach dem Abitur begann er dann Wirtschaftsinformatik zu studieren, brach das Studium aber nach drei Semestern ab, weil ihm der Praxisbezug fehlte. „Bei der Bundesagentur für Arbeit fand ich eine Ausbildungsstelle, die genau zu meinen Vorstellungen passte“, berichtet der 23-Jährige, der bereits etwa die Hälfte seiner Ausbildung absolviert hat.

Zusätzliche Workshops

Porträt von Hubert Feuchter.

Hubert Feuchter

Foto: privat

„In den ersten Monaten der Ausbildung besuchten alle Azubis gemeinsam Seminare der Bundesagentur, damit wir auf den gleichen Stand gebracht werden. Vorkenntnisse muss man also keine mitbringen“, erklärt Hubert Feuchter. „Wir haben die Grundkenntnisse des Programmierens, unterschiedliche Betriebssysteme sowie den Umgang mit einem Computer gelernt.“ Das theoretische Wissen haben die Auszubildenden dann in Workshops umgesetzt: Sie erstellten gemeinsam Softwareprogramme und präsentierten ihre Ergebnisse den Ausbildungsleitern.

Im Anschluss an die Grundseminare folgten praktische Einsätze in vier verschiedenen Abteilungen, die die Auszubildenden in Absprache mit ihren Ausbildern wählten. Hubert Feuchter war zunächst drei Monate in der Abteilung „Virtueller Arbeitsmarkt“ tätig, die sich um die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit kümmert. „Ich habe viele Übungsaufgaben gemacht, auch gemeinsam mit anderen Auszubildenden, um das projektorientierte Programmieren zu lernen“, erzählt der angehende Fachinformatiker. Außerdem durfte er bei der Entwicklungsabteilung hospitieren und dort selber kleine Projekte programmieren.

Einblick durch Praxiseinsätze

Für seinen zweiten praktischen Einsatz wählte Hubert Feuchter die Finanzabteilung, die für die Auszahlungen an Mitarbeiter und Kunden zuständig ist – von Gehältern bis zum Arbeitslosengeld. „Diese Abteilung hat für ihre Millionen von Datensätzen eine eigene Programmiersprache, mit der ich Tabellen für die Außenstellen der Bundesagentur für Arbeit geschrieben habe“, berichtet der Auszubildende. Während seiner drei Monate in der Finanzabteilung lernte er zudem, wie man eine Website mit Zugriff auf eine SAP-Datenbank erstellt.

Die nächsten beiden Einsätze stehen noch nicht fest. Hubert Feuchter würde gern in der Abteilung arbeiten, die den Online-Auftritt der Bundesagentur für Arbeit betreut. Im letzten Ausbildungsjahr geht es dann in die Abteilung, die den Auszubildenden voraussichtlich nach seiner Ausbildung übernehmen wird.

Neben der praktischen Ausbildung besuchen die Auszubildenden etwa alle sechs Wochen zwei Wochen am Stück die Berufsschule. „Im ersten Jahr behandeln wir den gleichen Stoff wie die angehenden Fachinformatiker im Zweig Systemintegration, wir lernen viel über Hardware und vernetzte Systeme. Ab dem zweiten Jahr gibt es spezielle Inhalte für Fachinformatiker im Zweig Anwendungsentwicklung, etwa die Programmierung mit komplexeren Programmiersprachen“, erklärt Hubert Feuchter. Hinzu kommen die Fächer Wirtschaft, Sozialkunde, Business English, Programmierung und Deutsch. Statt Aufsätze zu schreiben, lernen die Auszubildenden hier das Projektmanagement kennen, von der Dokumentation bis zur Präsentation.

Stetiger Wandel

Als angehender Fachinformatiker muss man bereit sein, sich ständig weiterzuentwickeln, denn die Informatik ist schnelllebig. Englischkenntnisse sind Voraussetzung, um die Dokumentation zum Beispiel über die vom Programmierer verwendeten Methoden zu verstehen. Und Teamorientierung ist vor allem für das Programmieren in interdisziplinären Teams wichtig. Gerne möchte Hubert Feuchter seine Ausbildung verkürzen, das ist allerdings nur bei sehr guten Leistungen möglich. Wenn er seine Ausbildung abgeschlossen hat, würde er sich gern intern weiterbilden, zum Beispiel zum Lead-Programmierer mit Leitungsfunktion. Oder er beendet sein Studium. Aufgaben wird es innerhalb der Bundesagentur für Arbeit auf jeden Fall viele für ihn geben.

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

 

Fachinformatikerin - Systemintegration

Unterstützung für komplexe IT-Projekte

Mona Müller hat im IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg den Beruf der Fachinformatikerin mit Fachrichtung Systemintegration erlernt und arbeitet nun im Zentralen Projektmanagement.

Ein Studium kam für Mona Müller nach dem Abitur nicht in Frage: Sie wollte auf eigenen Beinen stehen und einen Beruf mit Zukunft erlernen. Also folgte sie dem Rat eines Oberstufenlehrers und bewarb sich für eine Ausbildung zur Fachinformatikerin. „Bei der Bundesagentur für Arbeit gefiel mir die Sicherheit durch eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst. Ich war überrascht, wie vielseitig die Möglichkeiten innerhalb der Behörde sind. Bisher kannte ich diese ja nur von der anderen Seite, von der Beratung“, erinnert sich die 28-Jährige.

Keine Vorkenntnisse nötig

Fachinformatikerin Mona Müller

Mona Mülller

Foto: Privat

Sie entschied sich gegen die Fachrichtung Anwendungsentwicklung und für den Zweig Systemintegration, weil sie Respekt vor der Softwareentwicklung hatte. Die Angst war aber unbegründet: „Man braucht für die Ausbildung keinerlei Vorkenntnisse, weil man alles von der Pike auf lernt“, berichtet die Fachinformatikerin. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitete Mona Müller zunächst im Anwenderservice: „Die Abteilung ist für alle Fragen zuständig, die die Mitarbeiter der Bundesagentur für ihre Arbeit rund um ihren Computer haben, sei es zur Hardware oder zur Software“, erklärt Mona Müller. Da sie sich weiterentwickeln wollte, absolvierte sie zusätzlich zu ihrer täglichen Arbeit abends und am Wochenende eine einjährige Aufstiegsfortbildung zur IT-Projektleiterin.

Nach drei Jahren im Anwenderservice wechselte sie anschließend ins Zentrale Projektmanagement. Diese Abteilung unterstützt die Leiter von komplexen (IT-)Projekten im Haus bei ihrer Arbeit. „Wir erstellen notwendige Dokumente, führen Wirtschaftlichkeitsberechnungen durch und organisieren für das Projektteam die notwendige Hard- und Software“, nennt Mona Müller einige Beispiele ihrer vielfältigen Aufgaben im Projektbüro. Darüber hinaus ist das Zentrale Projektmanagement für die Finanzen und das Controlling zuständig – also dafür, dass die Rechnungen für das Projekt bezahlt werden und der Projektfortschritt überwacht wird. Dabei können die Projektbüros auf ein Projektmanagementtool zurückgreifen, für das Mona Müller die Anwenderbetreuung übernommen hat. „Dafür hat mir meine Ausbildung sehr geholfen“, ist sie überzeugt.

Je nach Inhalt dauern die Einsätze in den Projektbüros zwischen einem und fünf Jahren. Bei einem aktuellen Projekt geht es zum Beispiel um ein neues Design und eine neue Technik für den Internetauftritt der Bundesagentur für Arbeit. „Im Projektmanagement muss man sich zudem schnell auf Neues einstellen können“, sagt Mona Müller. „Man kann seinen Tagesablauf nicht planen, sondern muss flexibel auch auf Unvorhergesehenes reagieren.“

Immer etwas Neues lernen

Berufsbegleitend absolviert Mona Müller zudem ein Studium der Wirtschaftsinformatik an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in Nürnberg. „Ich muss einfach immer etwas Neues lernen und habe mich schon immer gern weitergebildet“, begründet sie ihr Studium. Nach dem Bachelor will sie auf jeden Fall auch noch den Master anschließen, „um gut für die Zukunft vorbereitet zu sein“. Denn als Fachinformatiker hat man nie ausgelernt: Die IT verändert sich so schnell, dass man bereit sein muss, sich immer weiterzubilden und nicht auf seinem Wissensstand stehenzubleiben.

 

Fachinformatiker - Anwendungsentwicklung – Tagesablauf

So kann ein Arbeitstag aussehen

Hubert Feuchter lernt den Beruf des Fachinformatikers mit Fachrichtung Anwendungsentwicklung im IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Er berichtet abi» von seinem Einsatz in der Abteilung "Virtueller Arbeitsmarkt“.

6.30 Uhr

Hubert Feuchter hat flexible Arbeitszeiten und beginnt seinen Tag schon früh. Er checkt in Ruhe seine E-Mails und schaut, welche Termine heute anstehen.

7.30 Uhr

Seit ein paar Tagen arbeitet Hubert Feuchter an einem Übungsprogramm, das Teil seiner Ausbildung ist. Er prüft, wie weit er gestern mit der Programmierung gekommen ist, und setzt seine Arbeit dann fort.

9 Uhr

Die Auszubildenden treffen sich – wie jeden Tag zu dieser Zeit – mit dem Ausbildungsbetreuer. Sie berichten ihm, wie der Stand der Dinge bei ihren Programmen ist, ob sie mit der Arbeit gut zurechtkommen und wo sie Hilfe brauchen.

10 Uhr

Hubert Feuchter begibt sich zurück an seinen Computer und arbeitet weiter an seinem Übungsprogramm.

11.30 Uhr

In der halbstündigen Mittagspause unterhält sich der Auszubildende mit seinen Kollegen über die aktuellen Aufgaben in der Abteilung.

12 Uhr

Für den restlichen Tag hospitiert Hubert Feuchter im Entwicklungsteam. Er hilft, ein Programm zu entwickeln, das prüft, ob alle Pflichtfelder im Formular für die Jobsuche ausgefüllt wurden, und das dem Nutzer eventuelle Fehler meldet.

14.30 Uhr

Das Entwicklungsteam trifft sich. Alle Kollegen präsentieren die Ergebnisse ihrer aktuellen Aufgaben.

15 Uhr

Hubert Feuchter macht Feierabend.

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Stand: 17.07.2019