Verpackungsspezialist für die Gesundheit

Ampullen, Flaschen und Spritzen sowie weitere Produkte von der Gerresheimer AG. Foto: Privat
Ampullen, Flaschen, Spritzen: Gerresheimer versorgt die Pharma- und Healthcare-Industrie mit Verpackungen und Co.
Foto: Privat

Gerresheimer AG - Hintergrund

Verpackungsspezialist für die Gesundheit

Tabletten, Tropfen, Tinkturen: Die Gerresheimer AG sorgt dafür, dass Medikamente und Kosmetika sicher verpackt werden. Dafür lassen sich die Mitarbeiter des Düsseldorfer Unternehmens sinnvolle Innovationen einfallen.

Es wird behauptet, dass man die Belegschaft von Gerresheimer daran erkennt, dass sie in Apotheken, Parfümerien und Drogeriemärkten Flaschen und Behälter gerne von unten betrachten. Schließlich lässt die Bodenprägung oft erkennen, ob der Glas- oder Kunststoffbehälter bei Gerresheimer hergestellt wurde. „Hin und wieder erwische ich mich sogar selbst dabei“, gibt Jens Kürten, Group Senior Director Communication & Marketing, gerne zu.

Porträt von Jens Kürten. Foto: Privat

Jens Kürten

Foto: Privat

Wer heute Hustensaft nimmt, Augen- oder Nasentropfen braucht, eine Impfung gespritzt bekommt oder einen Inhalator für sein Asthma benötigt, hält damit oft auch ein Produkt der Düsseldorfer Firma in Händen. Gerresheimer ist ein weltweit führender Verpackungsspezialist für die Pharma- und Healthcare-Industrie und stellt unter anderem Ampullen, Flaschen und Spritzen her. Hierfür beschäftigt das Unternehmen weltweit rund 10.000 Mitarbeiter. Mit Werken in Europa, Amerika und Asien erwirtschaftet Gerresheimer einen Umsatz von jährlich rund 1,35 Milliarden Euro.

3.500 Mitarbeiter in Deutschland

Gegründet wurde das Unternehmen vor über 150 Jahren als Glashütte in der Stadt Gerresheim, die seit 1909 zu Düsseldorf gehört. Sie war auch der Namensgeber. Seit 2008 ist die Gerresheimer AG im Börsenindex der mittelgroßen deutschen Unternehmen (MDAX) notiert.

Rund 3.500 Menschen arbeiten in Deutschland für die Aktiengesellschaft. Sitz der Unternehmenszentrale ist Düsseldorf. An den Produktionsstandorten in Essen (Nordrhein-Westfalen), Lohr (Bayern), Tettau (Bayern) und Wertheim (Baden-Württemberg) werden Glasbehälter hergestellt. „Gerresheimer Medical Systems“ produziert in Pfreimd (Oberpfalz) hochwertige medizinische Kunststoffprodukte, beispielsweise Inhalatoren oder Insulin-Pens. Am Standort Bünde in Ostwestfalen werden verschiedene Arten von Spritzen produziert. Hinzu kommt das Entwicklungszentrum im oberpfälzischen Wackersdorf.

Innovation und Qualität

Die Qualitätsanforderungen an Medikamente steigen ständig. Vor allem neu entwickelte biotechnologische Medikamente benötigen zur Zulassung Verpackungen, die besonderen Anforderungen gerecht werden. Sie verhindern Verlust, Kontamination oder Veränderung des Arzneimittels durch Umwelteinflüsse. Auf dieses komplexe Thema haben sich die Experten von Gerresheimer spezialisiert. „Innovationen sind entscheidend für unseren zukünftigen Erfolg“, erklärt Unternehmensvertreter Jens Kürten.

Ein Beispiel dafür ist das „MultiShell“-Vial, ein spezielles Fläschchen aus einer Sandwich-Struktur verschiedener Kunststoffe. Es wird für sensible Medikamente verwendet. Bei „InnoSafe“ hingegen handelt es sich um eine Spritze, die aufgrund ihrer Sicherheitsmechanik vor unbeabsichtigten Stichverletzungen schützt.

Gelebte Werte

Einige Werte sind Gerresheimer eigenen Angaben zufolge besonders wichtig. Dazu zählen Integrität, Höchstleistung, Innovation, Verantwortung und Teamwork. Um diese Schlagworte mit Leben zu füllen, veranstaltet das Unternehmen weltweit Workshops und Veranstaltungen für die Mitarbeiter, bei denen Konzepte erarbeitet und weiterentwickelt werden. Ein Beispiel für verantwortliches Handeln des Verpackungsspezialisten ist die Beteiligung am „Carbon Disclosure Project“, der weltweit größten Umweltinitiative zur Reduktion von CO2-Emissionen.

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Überblick: Gerresheimer von A bis Z

Ausbildung:

Insgesamt 150 Auszubildende sind derzeit an den verschiedenen Produktionsstandorten in Deutschland beschäftigt. Die Gerresheimer AG bildet in vielen MINT- Berufen aus. Daneben gibt es duale Studiengänge und Traineeprogramme. Weitere Informationen unter www.gerresheimer.com/karriere/ausbildung-trainee-studium-praktikum.

Aktuelle Stellenangebote:

www.gerresheimer.com/karriere/stellenangebote/offene-stellen

Internationalität:

Die Gerresheimer AG ist in 15 europäischen Ländern sowie in Amerika und Asien vertreten.

Standorte:

NRW: Düsseldorf, Essen und Bünde. Bayern: Lohr, Pfreimd, Tettau und Wackersdorf. Baden-Württemberg: Wertheim

Mitarbeiter:

Rund 3.500 in Deutschland, etwa 10.000 weltweit

Sitz der Zentrale:

Düsseldorf

Jährlicher Umsatz:

Deutschland: 313 Millionen Euro
Konzern gesamt: 1,348 Milliarden Euro
(Stand: Geschäftsjahr 2017)

Weitere Informationen:

www.gerresheimer.com

 

Gerresheimer AG – Branchenkontext

Branchenkontext Verpackungslösungen

Unternehmen im Bereich Verpackungslösungen im Vergleich.

Gerresheimer AG

Verpackungen für die Pharma- und Healthcare-Industrie
Hauptsitz: Düsseldorf
Mitarbeiter weltweit: rund 10.000
Umsatz: rund 1,35 Milliarden Euro (Stand: 2017)

Krones AG

Anlagen für die Getränkeindustrie und Nahrungsmittelhersteller
Hauptsitz: Neutraubling, Deutschland
Mitarbeiter weltweit: 15.299
Konzernumsatz: 3,69 Milliarden Euro (Stand 2017)

Schott AG

Spezialglas und Glaskeramik
Hauptsitz Mainz
Mitarbeiter weltweit: über 15.000 Mitarbeiter
Konzernumsatz: 2,05 Milliarden Euro

Tetra Pak

Lebensmittelverarbeitung und Verpackungslösungen
Hauptsitz: Hochheim am Main
Mitarbeiter weltweit: 24.800
Umsatz: 11,5 Milliarden Euro (Stand: 2017)

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Gerresheimer AG – Einstieg & Karriere

„Wir suchen Nachwuchskräfte mit Neugier und Motivation“

Praktikum, Ausbildung, duales Studium – die Gerresheimer AG bietet Nachwuchskräften an seinen Produktionsstandorten unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten an. Daneben können Masterabsolventen ein auf sie zugeschnittenes Traineeprogramm im kaufmännischen oder technischen Bereich absolvieren.

Wir suchen Absolventen aus technischen, naturwissenschaftlichen und wirtschaftswissenschaftlichen Bereichen wie Biologie, Chemie, Jura, Pharmazie, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftswissenschaften“, erklärt Sandra Kucharek, die sich seit Jahrzehnten um den Nachwuchs bei Gerresheimer im bayerischen Tettau kümmert.

Zudem bildet das Unternehmen in vielen MINT-Berufen aus – darunter Elektroniker/in für Betriebstechnik, Fachinformatiker/in Systemintegration oder Verfahrensmechaniker/in Glastechnik, Kunststoff- und Kautschuktechnik. Kein Wunder, dass die AG in diesem Jahr zum zweiten Mal von der Initiative „MINT Minded Company“ für seine Förderung von Talenten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ausgezeichnet wurde.

Gefragt: gute Noten in Physik und Mathe

Abiturienten bietet Gerresheimer als dualen Studiengang den Bachelor of Engineering in den Fachrichtungen Elektrotechnik, Kunststoff- und Kautschuktechnik sowie Maschinenbau, Medizintechnik und Wirtschaftsingenieurwesen an. „Für uns sind neben guten Noten – in Physik oder Mathematik für die technische Laufbahn – auch Hobbys in arbeitsverwandten Bereichen und ein selbständiges, motiviertes und neugieriges Wesen entscheidend“, sagt Sandra Kucharek.

Generell ist für Hochschulabsolventen, die sich bei Gerresheimer bewerben, in der Regel ein Bachelorabschluss ausreichend. „Schön wäre es, wenn vorher eine Ausbildung abgeschlossen wurde. Dann ist neben theoretischen Kenntnissen auch Praxiserfahrung vorhanden“, erklärt die Personalverantwortliche. Wer einen Masterabschluss absolviert hat, dem bietet Gerresheimer das spezielle Traineeprogramm „GxGo“ als Einstieg ins Unternehmen an. 18 Monate lang kann der Berufseinsteiger verschiedene Bereiche des Konzerns im In- und Ausland kennenlernen – je nach Schwerpunkt im kaufmännischen, technischen oder Sales-Bereich.

Arbeitgeber mit Auszeichnung

Die Förderung und Weiterbildung der Mitarbeiter ist für Gerresheimer ein fester Punkt im Jahresgespräch. „Die jeweilige Aufgabe, das Potenzial und das Ziel der Entwicklung des Mitarbeiters sind dabei ausschlaggebend“, erklärt Sandra Kucharek. Das hat Erfolg: Anfang des Jahres wurde das Unternehmen vom Magazin „Focus“ zum vierten Mal mit dem Siegel „Top nationaler Arbeitgeber“ ausgezeichnet.

 

Konstruktionsingenieurin

„Mir wird es nie langweilig“

Von der Entwicklung bis zur Markteinführung: Christine Ertl unterstützt als Konstruktionsingenieurin die Herstellung von medizinischen Kunststoffprodukten wie Inhalatoren oder Insulin-Pens. Seit März 2017 arbeitet die 27-Jährige bei Gerresheimer Medical Systems im oberpfälzischen Wackersdorf.

Der Arbeitsalltag ist für mich sehr spannend“, sagt Christine Ertl. Sie erarbeitet Konzepte für unterschiedliche medizinische Geräte und Produktverpackungen und entwickelt die entsprechenden Bauteile. Hierfür erstellt sie Zeichnungen, formuliert Montagebeschreibungen und Stücklisten. Prototypenteile montiert sie selbst, überprüft diese auf ihre Funktionsfähigkeit und optimiert sie, falls notwendig. In Gesprächen mit Kunden und anderen Abteilungen präsentiert sie Entwicklungsstände und klärt die Anforderungen. Tätigkeiten, die wie für sie gemacht sind: „Mir kommt zugute, dass ich Sorgfalt sehr schätze.“

Entdeckergeist im dualen Studium

Porträtfoto von Christiane Ertl. Foto: Privat

Christiane Ertl

Foto: Privat

Nach einer Ausbildung zur Technischen Zeichnerin besuchte Christine Ertl die Berufsoberschule und entschied sich dann für ein duales Studium. „Da ich die Kombination aus Theorie und Praxis sehr interessant fand, habe ich mich bei verschiedenen Unternehmen für den Studiengang Maschinenbau beworben“, erklärt die 27-Jährige. Bei ihrer Suche stieß sie auf die Stellenausschreibung für ein duales Studium „Kunststofftechnik“ bei Gerresheimer. „Von diesem Studiengang hatte ich noch nie gehört, aber ich wollte ihn entdecken“, sagt sie. „Die Gerresheimer Standorte Pfreimd und Wackersdorf liegen zudem in der Nähe meines Wohnortes und Gerresheimer ist in der Region als guter Arbeitgeber bekannt.“ So begann sie im Juli 2012 ihr ausbildungsintegriertes duales Studium.

Im Rahmen ihrer Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik durchlief Christine Ertl im ersten Jahr unterschiedliche Abteilungen und lernte die Produktionsabläufe bei Gerresheimer kennen. Die Vorlesungen besuchte sie an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden. In den Semesterferien arbeitete sie am Standort Wackersdorf und schrieb ihre Bachelorarbeit in einer Abteilung, in der Spritzgießwerkzeuge ausgelegt und qualifiziert werden. Christine Ertl hatte Glück: In dieser Zeit wurde eine Stelle als Design Engineer in der Entwicklungsabteilung in Wackersdorf ausgeschrieben. Sie bewarb sich und erhielt die Zusage.

Feste Arbeitsabläufe, viel Abwechslung

Heute gefällt ihr an ihrem Beruf vor allem die Abwechslung, auch wenn die Arbeitsabläufe bei Gerresheimer definiert und festgelegt sind. „Da jedes Produkt inhaltlich anders ist, wird es nie langweilig und ich muss oft situationsbezogen entscheiden und vorgehen.“ Auch das kollegiale Umfeld ist der 27-Jährigen sehr wichtig, das ihr Arbeitgeber mit verschiedenen Aktionen unterstützt. So gibt es jährlich einen gemeinsamen sozialen Tag der Abteilung. „Meine Kollegen helfen mir bei Fragen immer weiter. Für mich ist das ein wichtiger Bestandteil, um sich in einem Unternehmen langfristig wohl zu fühlen“, erklärt sie.

In den nächsten Jahren möchte Christine Ertl ihr Wissen aus dem Studium und ihren beiden Ausbildungen in ihrem Beruf einsetzen und erweitern: „Ich möchte mehr Praxiserfahrung als Konstrukteurin sammeln“, plant sie.


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Stand: 24.08.2019