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An der eigenen Karriere bauen

Detailaufnahme des Maßnehmens an einem Bauplan.
Die Nachfrage nach Fachkräften in der Baubranche ist nach wie vor groß.
Foto: Hans-Martin Issler

Bauwirtschaft – Hintergrund

An der eigenen Karriere bauen

Wohnungsbau, Wirtschaftsbau, Öffentlicher Bau, Tief- und Straßenbau – die Bauwirtschaft boomt. Um alle Projekte erfolgreich zu stemmen, braucht es Fachkräfte und Experten, die sich auf der Baustelle auskennen.

Lara Preißkorn ist für ihren Beruf doppelt gut gerüstet: 2015 schloss sie ihre Ausbildung zur Bauzeichnerin, 2017 ihr Bachelor-Studium Bauingenieurwesen mit der Vertiefungsrichtung Ingenieurbau ab. Das duale Studium an der Technischen Hochschule Köln bereitete sie gut auf ihre Tätigkeit beim Düsseldorfer Ingenieurunternehmen Schüßler-Plan vor. „Als Bauzeichnerin habe ich hier zunächst nach Angaben der Statik Pläne für größere Bauvorhaben erstellt. Darauf werden die Betonkanten und die Bewehrung, also das Stahlgeflecht, das für die erforderliche Zugfestigkeit in den Beton eingelegt wird, für geplante Gebäude dargestellt“, berichtet die 25-Jährige. Die Pläne werden am Computer mit spezieller CAD-Software für rechnerunterstütztes Konstruieren erstellt. „Bauzeichner müssen zudem den Bedarf an Baustoffmengen berechnen und sind hin und wieder auch auf den Baustellen unterwegs, um sich die Situation vor Ort anzusehen“, erklärt sie.

Mittlerweile arbeitet Lara Preißkorn an der Verbindungsstelle zwischen Statik und Bauzeichnung: „Ich lerne derzeit den Umgang mit einem 3-D-Programm, mit dem ich künftig die Baupläne erstelle.“ Trotz aller technischen Hilfsmittel müssen Bauzeichner nach wie vor ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben, betont die Bauingenieurin. „Mathematisches Interesse ist ebenso wichtig wie die Eigenschaft, auch mal die Vorhaben des Statikers zu hinterfragen. Schließlich muss man immer im Hinterkopf haben, dass unsere Pläne auch in die Praxis umgesetzt werden müssen.“

Mehr als Bauingenieure

Ein Porträt-Foto von Lara Preißkorn

Lara Preißkorn

Foto: Friederike Kellerhoff

Die Branche der Bauwirtschaft bietet vielfältige Einstiegsmöglichkeiten. „Bauingenieure sind darin nach wie vor die größte Gruppe, aber wir brauchen auch Menschen, die sich mit kaufmännischen und technischen Fragen auskennen“, sagt Andreas Schmieg, Vizepräsident Sozialpolitik des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie. „Hinzu kommen ganz neue Felder, etwa die Informationstechnik, die vor allem für das Systembauen unverzichtbar werden wird.“ (siehe auch Interview „Früh den Weg zur Praxis suchen“) Auch duale Studiengänge werden im Bereich Bau angeboten – etwa Bauingenieurwesen, Baubetriebswirtschaft sowie Gebäude-, Energie- und Klimatechnik.

Grundsätzlich lässt sich die Bauwirtschaft in die beiden Teilbereiche Bauhauptgewerbe und Ausbaugewerbe untergliedern. Zu Ersterem zählen etwa vorbereitende Baustellenarbeiten, der Rohbau von Gebäuden, Dachdeckerarbeiten und der Tiefbau. Das Ausbaugewerbe umfasst unter anderem Bauinstallationen und sonstige Dienstleistungen – zum Beispiel Elektro- oder Gas-, Wasser-, Heizungs- und Klimainstallationen. In beiden Bereichen waren im Juni 2016 zusammengenommen 1,75 Millionen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Bauhauptgewebe waren es laut Hauptverband im Jahr 2016 über 780.000 Menschen in etwa 74.000 Betrieben. Seit 1995 hat sich die Zahl der Beschäftigten im Zuge der Baukrise fast halbiert, aber der Beschäftigtenabbau scheint seit 2005 gestoppt zu sein, so der Hauptverband.

„Arbeitslosigkeit hat sich stark verringert“

„Fast drei Viertel aller Beschäftigten im Baugewerbe sind Fachkräfte“, sagt Ilona Mirtschin, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit. „Akademiker sind mit einem Anteil von vier Prozent deutlich unterdurchschnittlich vertreten.“ Mit Hochschulabschluss arbeiten insbesondere Bauingenieure und Architekten im Baugewerbe. Für sie bieten sich alternativ auch Tätigkeiten in Architektur- und Ingenieurbüros an. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften aus dem Baugewerbe hat in den letzten Jahren stark zugenommen“, fährt Ilona Mirtschin fort: 2016 gab es im Jahresdurchschnitt 37.200 gemeldete Stellen, 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Gesucht wurden überwiegend Fachkräfte, also Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung. 1.300 Stellenangebote waren für Experten mit einem Studium ausgeschrieben. „Gleichzeitig hat sich die Arbeitslosigkeit in Hoch-, Tief- und Ausbauberufen stark verringert“, so die Arbeitsmarktexpertin.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 ausführlichen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchwort z. B. Bau).
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen (Suchwort z. B. Bau).
www.studienwahl.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

http://jobboerse.arbeitsagentur.de

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Ausbildungen suchen.

www.kursnet.arbeitsagentur.de

Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V.

Kurfürstenstraße 129
10785 Berlin
Tel. 030/21286-0

www.bauindustrie.de

Zentralverband Deutsches Baugewerbe

Kronenstraße 55-58
10117 Berlin
Tel. 030/20314-0
www.zdb.de

DVP Deutscher Verband der Projektmanager
in der Bau- und Immobilienwirtschaft e.V.

Uhlandstraße 20-25
10623 Berlin
Tel. 030/3642800-50
www.dvpev.de

abi>> 07.12.2017

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