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Von Erfindergeist umgeben

Ein Patentanwalt und ein Auszuibildender blättern in einer Akte
In der Ausbildung lernt Elias Weikl (rechts im Bild) Patent- und Urheberrechte.
Foto: Gerald Vogel

Patentanwaltsfachangestellter

Von Erfindergeist umgeben

Elias Weikl (20) macht eine Ausbildung zum Patentanwaltsfachangestellten und schätzt die innovative und internationale Atmosphäre in seiner Kanzlei. Bei Kuhnen & Wacker in Freising kümmert er sich unter anderem darum, dass Patente rechtzeitig angemeldet werden. In der Berufsschule lernt er das theoretische Rüstzeug dafür.

Nach dreizehn Jahren Herumsitzen, Zuhören, Auswendiglernen und anschließendem Vergessen wollte ich diesen Zyklus nicht noch verlängern. Daher wusste ich, dass es kein Studium werden würde. Stattdessen suchte ich nach einer spannenden Ausbildung, die zu mir passt“, berichtet Elias Weikl aus dem bayerischen Moosburg. Der heute 20-Jährige kümmerte sich deshalb schon früh um einen Ausbildungsplatz und fand im Internet schnell ein interessantes Stellenangebot. „Die Anzeige meines jetzigen Ausbilders, die Freisinger Kanzlei Kuhnen & Wacker, sprach mich sofort an. Auch das Vorstellungsgespräch und der Schnuppertag vor Ort gefielen mir. Ich hatte das Richtige für mich gefunden“, schildert er begeistert.

Ein Porträt-Foto von Elias Weikl

Elias Weikl

Foto: Gerald Vogel

Der Azubi im ersten Lehrjahr mag es, bei der Arbeit von einem gewissen Erfindergeist und von Ingenieurskunst umgeben zu sein. Kürzlich hatte er die Patentanmeldung für einen Indikator zur Bestimmung der Teeziehzeit auf dem Tisch. In seiner Kanzlei wurden aber auch schon Patente wie ein Konfettishooter oder eine Brennstoffzelle bearbeitet. Einige der Erfindungen reicht er gleich beim Europäischen Patentamt ein. Der internationale Touch seiner Arbeit liegt ihm besonders: „Ich war bereits in der Schule gut in Englisch. Dass ich es hier oft anwenden kann, ist ein weiterer Grund dafür, dass ich mich für den Beruf des Patentanwaltsfachangestellten entschieden habe“, betont er.

Unterlagen prüfen

Oft muss Elias Weikl die Übersetzungen der Verfahrensunterlagen aus dem Englischen ins Deutsche prüfen – oder umgekehrt. Das ist aber nur eine Aufgabe von vielen: Er reicht die Anmeldung beim Patentamt ein, hält die Mandanten über die Verfahrensschritte auf dem Laufenden, kümmert sich darum, dass die Übersetzung der Anmeldeunterlagen rechtzeitig beim Amt ankommt, fragt nach, wie der Bearbeitungsstand ist und informiert die Anwälte, wenn etwas in einer Akte ergänzt werden muss. Dazu kommen noch allgemeine Sekretariatsaufgaben, wie Akten ablegen oder die Post wegbringen.

„Ich muss dabei stets sorgfältig arbeiten und Fristen unbedingt einhalten“, kommentiert der 20-jährige, der sich bewusst ist, dass er bereits jetzt eine große Verantwortung trägt: Von ihm wird erwartet, dass er immer bereit ist, Neues zu lernen, dass er ein guter Teamplayer ist und sich Abläufe schnell einprägen kann.

Novellierte duale Ausbildung

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und ist dual organisiert, deshalb besucht er einen Tag pro Woche die Berufsschule für Rechts- und Verwaltungsberufe in München. 2015 wurde die Ausbildung zum Patentanwaltsfachangestellten novelliert und um Inhalte wie internationales Recht, Wissen über IT-gestützte Informations- und Kommunikationssysteme und den elektronischen Zahlungs- und Rechtsverkehr ergänzt.

Im ersten Ausbildungsjahr ähnelt der Berufsschulunterricht noch in vielen Aspekten dem des Rechtsanwaltsfachangestellten. Ab dem zweiten Jahr kommen spezifische Fächer dazu. Auf seinem Stundenplan stehen neben Deutsch und Englisch Fächer wie Anwendung des bürgerlichen Rechts oder Betriebs- und gesamtwirtschaftliche Prozesse.

Erfindungen und geistiges Eigentum

In den kommenden zwei Jahren werden zum Beispiel noch berufsbezogene Kommunikation und Rechtsanwendung im internationalen gewerblichen Rechtsschutz dazu kommen. „Bisher hat mir die Ausbildung sehr gut gefallen, und ich bin gespannt auf das, was noch kommen wird“, ist sein bisheriger Eindruck. Später will Elias Weikl sich intensiver mit der Patentierung von geistigem Eigentum beschäftigen. Jetzt liegen aber erst einmal zwei weitere für ihn spannende Jahre in der Ausbildung vor ihm.

So kann ein typischer Arbeitstag aussehen >>

abi>> 20.06.2019